Jippie, ich habe es geschafft. Einen Freund von mir anzustecken und endlich mal einen Blog zu schreiben.

Ich gebe hier mal ein bißchen Schützenhilfe ;-)
Da wir schon häufiger über Gott und die Welt philosophiert haben, meist in einer Kneipe oder so, bin ich gespannt, was er im www so zu sagen hat.
Allerdings erschließt sich mir der Name noch nicht so ganz. 8)
Doch lest selbst, was er zu schreiben hat, so unwichtig ist das nicht.
klick

Kürzlich habe ich in der Zeitung gelesen, dass Zen-Meditation der neueste Hit unter Managern sind.
In teuren Kursen lernen sie, in der Stille zu sitzen und ihre Gedanken loszulassen.

Der Artikel erklärte dann auch die buddhistische Tradition hinter dem Zen. Und betonte mehrfach, dass es keine Kirche und kein Dogma dafür bräuchte. Man könne in einem fortgeschrittenen Stadium sogar den Weg zur Erlösung beschreiten.

Kanzelschwalbe runzelte die Stirn.
Warum schreibt eigentlich mal kein Journalist, dass man gar nicht so weit in fremde Kulturen und Religionen gehen muss (der Buddhismus ist nämlich durchaus eine Religion mit “Lehrsätzen”, auch wenn das beim Buddhismus light, wie er bei uns gerade in ist, gerne vergessen wird) um zur Ruhe zu kommen.

In unserer christlichen Tradition heißt das übrigens Gebet.
Contemplatio.
Still werden vor Gott. Nichts tun, nichts denken und schon gar nichts sagen.
Die Gedanken kommen, aber auch wieder gehen lassen.
Einfach da sein. Still sein. Vor Gott. Auf den Atem hören. Wie er im natürlichen Rhythmus kommt und geht.
Sich Gottes Gegenwart aussetzen. Mit dem was ich mitbringe. Es Gott anvertrauen. Ohne Worte.
Und mich von Gott berühren lassen. Einfach im Dasein.

Dazu brauche ich auch keine Kirche. Ich kann es beim Spazieren gehen tun, daheim mit einer angezündeten Kerze. Oder eben doch in einer Kirche. Einem Raum, der ganz speziell für die Begegnung mit Gott hergerichtet ist. Der den Alltag unterbricht und mich einlädt, zur Ruhe zu kommen.

Und einen Kurs brauche ich gar nicht.
Gott und ich, das genügt.
“unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in dir, Gott.”

Und erlöst sind wir auch schon.

Manche Predigten brauchen lange. Ein “schwanger gehen” mit dem Text. Die Auseinandersetzung mit den teils sperrigen Worten. Ein sich annähern.

Die Predigt für heute war wieder so eine. Ich habe gestern den ganzen Tag gebraucht. Bin immer wieder an den Text gegangen, habe dann mal was ganz anderes gemacht.
Zuletzt hat auch noch der Computer gesponnen. (Danke an Mr. Marks für seine Telefonberatung- ist wieder alles ok!!)

Umso schöner ist es dann, wenn man als Predigerin Rückmeldung bekommt. Dass die Predigt die Menschen ansprach. Es geht nicht ums Schulterklopfen. Es geht eher darum, ob das, was mir am Text wichtig wurde, auch genau so bei anderen ankam.

Naja, hier ist das “opus” zu Hebr 4, 12+13

Worte, liebe Gemeinde, haben große Macht. Je nachdem, was gesagt wird, können Worte ermutigen und Hoffnung machen. Sie können herausfordern, die berühmten drei Worte sind ein Liebesbeweis.
Doch Worte können auch verletzen. Ein falsches Wort im falschen Moment kann unser Leben über Jahre hinweg prägen und bleibende Wunden auf unserer Seele hinterlassen.

Als Christinnen und Christen verlassen wir uns auch auf Worte. Auf die Worte der Bibel. Auf Worte, in denen Gottes Geschichte mit uns Menschen zur Sprache kommt. Auf Worte, die Menschen über Jahrtausende Halt und Orientierung gegeben haben.

Auch der unbekannte Verfasser unseres Predigttextes für heute aus dem Hebräerbrief erkannte dies. Er vertraute auf die Kraft der Worte, die Worte der Thora, der Propheten und den Geschichtsbüchern, wie die hebräische Bibel aufgeteilt ist.
Hören Sie selbst, was er im 4. Kapitel zu sagen hat:

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Diese Worte, liebe Gemeinde, mögen beim ersten Hören merkwürdig anmuten. Vielleicht auch verstören. Schließlich ist da das Wort Gottes in ziemlich martialischen Bildern geschildert. Es wird mit einem zweischneidigen Schwert verglichen, das die Seele des Menschen scheidet, das bis in unser innerstes vordringt.

Doch diese zwei kurzen Verse dürfen nicht ohne ihren Zusammenhang gelesen werden, in dem sie stehen. Das einleitende Wörtchen „denn“ weist darauf hin, dass diese Worte etwas begründen.
Unser Predigttext ist ein Midrasch, ein jüdisches Lehrstück, eine Auslegung zu zwei Versen aus Psalm 95: „Heute wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht“. (Das haben wir ja vorher schon als Wochenspruch gehört!) Der Verfasser legt diese Verse, ab Kapitel 3,7 des Hebräerbriefes, ganz in der jüdischen Tradition stehend, nach allen Regeln der Kunst aus. Unser Predigttext ist sozusagen eine Zusammenfassung seiner Auslegung des Psalmwortes.

Es geht also um das Hören des Wortes. Der Verfasser des Predigttextes nennt fünf Eigenschaften des Wortes Gottes.
- es ist lebendig: Unsere ganze jüdisch- christliche Überlieferung basiert auf dem lebenschaffenden „es werde“ Gottes am Anfang der Welt. Gottes Wort rief die Welt ins Leben, die er täglich durch seine Güte erhält. Gottes Wort wurde Fleisch, wurde Mensch in Jesus Christus, wie es der Prolog des Johannesevangeliums überliefert.
- Und wirksam: Das Wort Gottes ist kein Wort, das informiert. Das Nachrichten übermittelt. Das Wort Gottes geschieht. Es greift in das Leben der Welt ein, es verändert die Welt und uns Menschen. In der Schriftlesung haben wir gehört, dass das Wort Gottes nicht leer und wirkungslos zurückkehrt. Das Wort Jesu berührt Menschen, ruft sie in seine Nachfolge. Das Wort Jesu heilt Menschen und schenkt ihnen Würde.
- Und schärfer als jedes zweischneidige Schwert: Dieser Vergleich mag uns moderne Menschen verstören. Doch in der Bibel finden sich immer wieder solche Vorstellungen. Gott möge das richterliche Schwert gegen die Feinde führen. Gott wohlgemerkt, nicht die Menschen selbst. Und in der rabbinischen Überlieferung gilt die Thora als zweischneidiges Schwert. Die eine Seite ist die schriftliche Thora, wie sie Mose am Berg Sinai gegben wurde. Die andere Seite ist die mündliche Thora, die immer fortschreitende Auslegung der 613 Ge- und Verbote im Judentum. Wie auch immer: Ein zweischneidiges, scharfes Schwert macht eine klaren, glatten Schnitt. Eine klare Trennung, Offenlegung und Unterscheidung. Vielleicht würden wir moderne Menschen eher das Bild eines Skalpells wählen.
- Und durchdringend bis zur Spaltung von Seele und Geist, Gelenk und Mark: der verstörende Vergleich des Schwertes wird weitergeführt. Es geht in unser innerstes, ans Eingemachte. Vielleicht könnten wir mit einem ganz und gar unblutigen Röntgenbild heute mehr anfangen. Etwas, das offenlegt, was mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen ist.
- Und richtend die Erwägungen und Gedanken des Herzens: in der jüdischen Tradition war das Herz der Sitz des Verstandes, der Erkenntnis. Es gilt als das Entscheidungszentrum des Menschen.
Die Vorstellung, liebe Gemeinde, dass Gottes Wort unser innerstes erkennt und richtet mag bedrohlich klingen. Gott als kleinlicher Richter, der gut und böse akribisch unterscheidet. Der jedes noch so kleine Vergehen notiert und dann am Ende zwischen Top oder Flop bis in alle Ewigkeit entscheidet. Irreversibel.
Das eben das ist nicht gemeint.
Wohl sagt der Verfasser des Hebräerbriefes, dass vor Gott nichts verborgen bleibt. Doch er führt diesen Gedanken in den Versen 14-16 weiter. Dort, unmittelbar nach unserem Predigttext, verweist der auf die Gnade Gottes und auf Christus als denjenigen, der den Himmel durchbrochen hat. Der Mensch wurde.
Wenn hier also der Begriff des Richtens gewählt wird, so ist damit eher an ein „zurechtrücken“ gedacht. Als ein Ausrichten an einem Orientierungspunkt. An eine ausgleichende Funktion, die zum Leben befähigen und helfen will.

Deshalb ist unser Predigttext mit seinem so befremdlichen Vergleich auch eine Herausforderung und Aufforderung. An die Menschen damals und an uns heute.
Schließlich gilt der Midrasch, die Auslegung, die der Predigttext darstellt, dem Vers aus Psalm 95: „Heute wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ Das ist ganz klar auf die Gegenwart bezogen. Auf uns. Das Wort Gottes- wie wohl es schon vor Ewigkeiten gesprochen wurde gilt uns. Hier und heute. Es hat etwas mit unserem Leben zu tun. Es ist aktuell, manchmal scharf, auf jeden Fall aber lebendig.
Es stellt sich die Frage, ob wir bereit sind, uns am Wort Gottes zu orientieren. Uns und unser Leben am Wort Gottes auszurichten. Unser Handeln am Vorbild Jesu zu messen.
Sind wir bereit, dem Wort Gottes auch etwas zuzutrauen? Auf die Kraft des Heiligen Geistes zu vertrauen, die das Wort Gottes in unserem Alltag lebendig werden lässt. Können wir der Leben schaffenden Kraft des Wortes Gottes in unserem Alltag, in unserem Leben Platz einräumen? Um uns selbst anrühren zu lassen. Tief in unserem Inneren, mit unseren Sehnsüchten, Wünschen. Mit unseren Verletzungen und Schwachpunkten. Könnten wir dem Leben schaffenden Wort Gottes Vertrauen schenken, angesichts des Elends der Welt. Können wir angesichts von Krieg und Gewalt erkennen, wo heute Leben entsteht, wächst und blüht?

Vielleicht stellen wir uns angesichts dieser Herausforderung ja auch die Frage: „Was soll das alles?“ „Was bringt´s?“ Bin ich wirklich bereit, mich bis ins innerste anrühren, von Gottes Kraft durchdringen zu lassen?
Nun- es bringt die Erkenntnis unseres ganzen Lebens. Unserer ganz eigenen Lebensgeschichte. Die Erkenntnis dessen, was uns ausmacht, was uns geprägt hat, was uns durch Mark und Bein fährt, was Seele und Geist beeinflusst.
Das ist nicht immer nur schön. Manches wird schmerzlich sein, besonders, wenn wir uns in Frage stellen. Oder stellen lassen müssen.
Vielleicht ist es ja tröstlich zu wissen, dass Gott es ist, der uns durchschaut. Nicht unser Partner, schon gar nicht die Chefin. Auch nicht die Freunde oder die Verwandtschaft. Es ist Gott, der uns durchschaut. Nicht als anklagender Richter. Nicht als einer, der darauf aus ist, möglichst viele bisher verborgene Seiten, die Schattenseiten unseres Lebens ans Licht zu bringen. Nein Gott durchschaut uns als die Quelle unseres Lebens. Der uns auf sein Wort hin ins Leben gerufen hat. Gott, von dem wir in der Taufe zugesagt bekommen: „Du bist meine geliebte Tochter, Du bist mein geliebter Sohn.“ Der uns ohnehin kennt. Und uns nicht anklagt oder verdammt. Der uns liebevoll in die Arme schließt und uns auch zum wiederholten Male die Möglichkeit zum Neuanfang gibt.
Doch die Erkenntnis, der Gewinn, den wir daraus ziehen wenn wir uns vom Wort Gottes durchschneiden oder besser gesagt: durchleuchten lassen, das ist das wirkliche Leben. Das Leben in Fülle im Vertrauen auf Gottes Leben schaffendes und Leben erhaltendes Wort. Als Richtpunkt und Orientierung.
Damit auch unser leben lebendig, kräftig und schärfer wird.
Amen.

Normalerweise hält die Kanzelschwalbe ja bei politischen Themen eher den Schnabel.
Aber dieses Mal muss ich etwas dazu zwitschern.
Es geht um die DatenCD, die momentan unsere Regierung, die Medien und die gesamte Nation in Atem hält.

Ist es für die Regierung in Ordnung, eine CD mit gestohlenen Daten zu kaufen?

Ich meine Nein. Das ist meine ganz persönliche Meinung. Die Argumente pro und contra Datenkauf wurden in den Medien schon lang und breit ausgebreitet.

Sind es aber nicht diejenigen, die ihre Steuern hinterziehen, die diesen Schritt überhaupt erst überlegenswert machen? Wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, bräuchte man auch nicht mit gehackten Bankdaten die Steuersünder überführen.

Letzlich ist es doch ein Teufelskreis.
Können wir uns in unserer Gesellschaft nicht mal wieder auf grundlegende Werte wie Ehrlichkeit einigen? Schließlich kommt doch das Geld, das wir mit unseren Steuern zahlen, uns auch wieder irgendwie zugute. Nein, auch ich ärgere mich jedes Mal wenn ich sehe wie viel Geld jeden Monat als Steuer abgeht. (Steuerklasse 1!)
Aber wir sind nunmal ein Sozialstaat, in dem wir gemeinsam die Lasten tragen müssen. Zugegebenermaßen ärgere ich mich auch über Fehlinvestitionen, und Kanzelschwalbenstadt ist als eine der am höchsten verschuldeten Gemeinden Deutschlands sicher ein Paradebeispiel dafür.
Aber ich weiß, wenn ich in Not bin, dann gibt es ein soziales Netz, das zumindest dafür sorgt, dass ich irgendwo schlafen kann, zu Essen bekomme und medizinisch versorgt werde.
Das ist mehr als ein Großteil der Weltbevölkerung jemals haben wird.

Deshalb ärgere ich mich über diejenigen Großverdiener, die sich durch ihre Steuerhinterziehung unsolidarisch mit all denjenigen zeigen, die den Sozialstaat am Leben erhalten.

Für unsere Regierung wie die Steuerzahlenden (und besonders diejenigen die es nicht tun ), aber auch die Computerhacker gilt:
Du sollt nicht stehlen.

Nachzulesen in Ex 20, 15 und Dtn 5, 19

Drei Frauen aus den Niederlanden nehmen in den 50er Jahren an einem Flugzeugwettrennen von Europa nach Neuseeland teil, dem sogenannten Brautflug. Sie erwartet dort, wie viele andere Teilnehmerinnen auch, ein zumeist noch unbekannter Ehemann und eine ungewisse Zukunft.

Die drei Hauptprotagonistinnen verbindet ein Geheimnis so lange sie leben.
Am Ende des Lebens treffen sie einander wieder.

Die Autorin versteht es, die verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge gut miteinander zu verknüpfen, ohne dass die Leserin den Überblick verliert.
Ganz nebenbei schildert sie sehr viel vom Alltag in Neuseeland, der in den 1950er Jahren alles andere als einfach, und von vielen Entbehrungen geprägt war. Besonders die Gefühle der Einwanderer sowie deren Kinder werden gut beschrieben.

Trotz der relativ “einfachen” Zutaten, aus denen das Buch besteht, ist es von der ersten bis zu letzten Seite fesselnd.

Marieke van der Pol; Brautflug
512 Seiten
Verlag: Krüger, Frankfurt
ISBN-10: 3810515809
gebundene Ausgabe € 19,95
Taschenbuch €8,95

Until recently pets were not allowed in most resthomes in Germany. They were regarded as a potential risk of hygine and banned.
I am glad this has changed and more and more resthomes see the joy and extra quality of life these feline creatures bring to elderly residents who very often suffer from severe dementia.

But what would you say if a cat perdicts the death of a resthome resident. Maybe a member of your family?
Here is an article I found in the internet which I find worth reading.
And this little feline creature is surely also an idicator who might be in need of pastoral care.

Ein Bekannter hat mir dieses Buch geschickt und mich nach meiner Meinung gefragt. Hier nun also öffentlich, damit andere vielleicht auch Lust zum Lesen des Buches bekommen.

In dem Roman von Wellershoff wird die Geschichte eines jungen Pfarrers beschrieben, der durch einen Einsatz als Notfallseelsorger aus seiner Alltags- und Glaubensroutine gerissen wird.

Dabei beschreibt der Autor gut die inneren Vorgänge des Pfarrerdaseins. Die Einsamkeit im großen Pfarrhaus, Einzelschicksale, die einen begleiten, die teilweise den Alltag bestimmen und so die Routine durchbrechen lassen.
Für mich, die ich selbst Pfarrerin bin, kann ich die (vom Autor hervorragend beobachteten und beschriebenen) Gefühle gut nachvollziehen. Auch die Bereitschaft des Protagonisten, sich auf eine riskante Beziehung zu einer wesentlich älteren Frau einzulassen. Der Autor beschreibt ferner das binnekirchliche Leben, wie es in fast jeder Gemeinde sein könnte, sehr detailiiert. Selbst Redebeiträge auf einer Tagung werden so lebhaft und wirklichkeitsnah dargestellt, dass man meinen könnte, der Autor wäre selbst Teilnehmer gewesen.

Mir selbst war der Autor Wellershoff bisher unbekannt. Jedoch reizt es mich, noch weitere Bücher von ihm zu lesen.
“Der Himmel ist kein Ort” ist allemal lesenswert- nicht nur für Pfarrerinnen und Pfarrer.

Dieter Wellershoff, Der Himmel ist kein Ort
299 Seiten
Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (24. August 2009)
ISBN: 3462041347
€ 19,95

Als Pfarrerinnen und Pfarrer gehören wir zum “wandernden Gottesvolk”, sprich alle paar Jahre steht in der Regel ein Umzug an. Damit verbunden auch ein Adresswechsel.

Soweit so gut. Normalerweise gibt man ja seinen Freundinnen und Bekannten die neue Adresse, modernen Kommunikationsmitteln sei´s gedankt.
Die netten Jungs und Mädels von der Schneckenpost haben einen Nachsendeauftrag im Angebot, mit dem man sich (gegen Bares versteht sich) entweder 6 oder 12 Monate lang die Post von der alten an die neue Adresse nachschicken lassen kann.
Und wer ganz klug ist, hinterlässt der Nachfolgerin oder dem Nachfolger im Pfarramt die neue Adresse und bittet freundlich um Nachsendung.

Mein Vorgänger hat dies scheinbar vergessen.
Er ist seit fast 4 Jahren von der Stelle weg und ich bekomme immer noch Briefe (teilweise von Versicherungen und anderen “wichtigen” Absendern) an die Adresse, die jetzt meine ist.
Meine Sekretärin und ich stöhnen immer wieder, dass das immer noch anhält.

Vor kurzem bekam ich aber einen Telefonanruf von einem Menschen aus Frongn.
Der hot so gefrengelt, und soooo schnöll gsbrochn, doss ich ihn schier grod ned verstondn hedd. Und des obwohl de Seggredärin aus meinerer oldn Gemeinde aa von Frongn is. Middelfrongn.

Naja, egal, er wollte meinen Vorgänger, nennen wir ihn mal Richard, sprechen.
“is da Richard do?” fragte er.
Zuerst dachte ich, er hätte sich verwählt, aber als der nach dem Pfarramt fragte, dämmerte es mir so langsam.

Naja, ich habe keine neue Telefonnummer von “Richard”, bzw. bin zu faul zum koogeln, also muss der Anrufer jetzt selbst schauen.

Jaja, so hinterlässt man seine Spuren und Altlasten.

(An alle Menschen aus Franken: Sorry, wenn ich die Lautschrift des Fränkischen nicht ganz beherrsche. Ist für mich eine Fremdsprache)

Der Sonntag Nachmittag gehört mir und dem Pferd.

Dabei lasse ich mir dann auch gerne Zeit, das Pferd zu betüddeln, oder um Sachen zu machen, für die in der Reitstundenhektik Montags eher keine Zeit ist.

Heute Nachmittag war die Reithalle gesperrt.
Fürs Pferd bzw. mich gab es also drei Möglichkeiten:
- erst nach 18 Uhr reiten, aber da wusste ich, dass ich mich da nicht mehr aufraffen kann
- mich mit anderen zum Ausreiten verabreden. Allerdings war ich heute komplett planlos, so dass ich das nicht auf die Reihe gebracht habe.
- Pferd an den Strick und Spazieren gehen.

Ich gehe gerne mit dem Pferd spazieren. Für mich hat das etwas entspannendes, dem Hufgeklapper zuzuhören und die Gedanken schweifen zu lassen. Da die Feldwege eisig und gefroren sind, habe ich heute von der kleinen Asphaltstraße aus die Gegend erkundet. Es waren wenige Radfahrer aber einige Fußgänger unterwegs.
Interessant ist immer, dass die Leute mich, wenn ich mit einem Pferd (egal ob kleines Shetty oder meine große Reitbeteiligung) unterwegs bin ansprechen.
Kinder, die das Pferd sehen und teilweise auch streicheln wollen. Vor allem wenn ich mit Zwerg Willy unterwegs bin.
Viele haben noch nie gesehen, dass man mit einem Pferd auch spazieren gehen kann. Da bekomme ich dann so Kommentare wie “Das ist ja ein zu groß geratener Hund” (wieder eher bei Zwerg Willy) oder “Warum muss der Gaul nix schaffen?” bei meiner Reitbeteiligung.
Auch heute haben mir wieder Menschen angesprochen, die ganz erstaunt waren, dass
- bei eisigen Wegen eben nur die Asphaltstraße bleibt
- dass man ein Pferd auf einen Spaziergang nehmen kann
- dass die Gamaschen die Beine schützen
- dass die Decke nicht zum Verhätscheln da ist, sondern ein ungeschorenes Pferd davon abhält zu viel Winterwolle zu schieben.
- das ein Pferd einer Frau hinterherläuft (so ne Frage kann wohl nur ein Mann stellen) Ich habe ihn dann darauf hingewiesen, dass mein Pferd eine Stute ist. ;-)

Allerdings erlebe ich auch immer wieder rücksichts- und verantwortungslose Mitmenschen. Vor allem Rennradler fahren in einem Affentempo an Pferden vorbei, ohne sich bemerkbar zu machen. Nicht alle Pferde sind so ruhig wie meine RB.
Liebe Rennradler- es gab schon Pferde, die mit einem gezielten Hufschlag Radler zu Boden befördert haben- also haltet bitte Abstand!

Vorbildlich waren allerdings drei Kinder mit ihren Tretrollern. Sie kamen mir und Pferdi entgegen. Ein ca. 9 jähriger Junge sagte zu den anderen Kindern: “Hey, wir machen mal langsam, sonst erschrickt das Pferd.”
Wow.

Da habe ich ihn dann richtig gelobt und gesagt, sein Verhalten wäre genau richtig gewesen.
Der hat sich mächtig gefreut, dass ich sein “Pferdewissen” vor den anderen Kindern so gelobt habe.

Ach ja, mit so einem Pferdchen hat man doch immer wieder interessante Begegnungen.

When I was browsing the Internet I found this Article on Runner´s world.

No- I will not discuss the quality of this magazine.
But I do like the idea of clergy running together to raise some money for charity.
There´s also an interfaith Marathon in Luxemburg each year.

At least I do know that there are some running clergy around here, too.

By the way- I was not lazy at all during the last past weeks. Even snow and ice couldn´t keep me off running.

14. 1: 9,58 km; 1:11:59 h; 620 kcal; HFavg 161; pace 7:31 (nordic skiing :-) )
16.1: 5,68 km; 39,37; 379 kcal; HFavg 167; pace 6:59 (if it´s below 7:00 you can call it running)
18.1: 4,24 km; 28:09 min; 283 kcal; HFavg 168; pace 6:38
20.1: 6:26 km; 43,42 min; 417 kcal; HFavg 161; pace 6:59 (had some very icey parts)
Today:
auf´m Crossi 10 min aufwärmen
30 min Krafttraining
Dann aufs Laufband:

2 km einlaufen bei 8,5 km/h (warum gibt das keinen pace an???)
Dann 5×400 m bei 10 km/h mit jeweils 400 m Pause bei 8- 8,5 km/h
Zum Schluss dann noch auslaufen bei 9 km/h.

Alles in allem
6,7 km; 45:00 min; 447 kcal; HFavg 162; pace 6:43

I´m getting faster. Slowly!

Nächste Seite »