Egal wo ich bin, ob zuhause oder im Urlaub. Jeden Morgen kommen mit der Zeitung auch jede Menge Werbeprospekte, die mir vorhalten, was ich alles jetzt sofort, unbedingt und zu absoluten Schnäppchenpreisen haben müsse. Vor allem Möbelprospekte- so viel Platz habe ich doch gar nicht. Vom Geld ganz zu schweigen.
Nun- ich wage zu behaupten, dass ich diesbezüglich ziemlich resistent bin.
Aber trotzdem gibt es so einige Wünsche, auch materieller Art.
Einer davon lässt sich leider in näherer Zukunft nicht verwirklichen.
Doch seit ich denken kann- vielleicht weil ich es nie hatte- träume ich von einer großen Wohnküche mit einem Tisch in der Mitte, der als Zentrum des Familienlebens dient.
Wo man gemeinsam kocht und isst, wo gearbeitet und gefeiert, gelacht und geweint wird.
Während meines Studiums gab es solche Tische, in den Wohnküchen meines Wohnheimes. Ncähtelang haben wir dort gesessen, über Gott und die Welt geredet und letztere zumindest in unseren Gedanken auch greettet.
Mein Küchentisch zuhause taugt dafür leider nicht. Er ist zu klein und alleine macht es auch nicht so richtig Spaß.
Umso mehr genieße ich den Küchentisch im Haus meiner Freundin, bei der ich gerade im Urlaub bin. Er ist das Zentrum der Familie. Je nach Tageszeit wird er von unterschiedlichen Menschen beansprucht.
Morgens sitzen meine Freundin und ich im Schlafanzug daran, trinken Tee und frührstücken meist auch zusammen. Je nach Zeit beten wir dort auch das Morgengebet der anglikanischen Kirche.
Ihr Mann liest die Zeitung ehe er meist als erstes das Haus verlässt. Meistens findet sich noch das eine oder andere Überbleibsel vom Vorabend.
Dann war er meist von den „Jungs“, den Söhnen meiner Freundin und ihren Freunden belagert. Dort wird Musik gehört und E-Gitarren mitsamt Verstärkern auseinander- und wieder zusammen gebaut.
Oft sitze ich auch tagsüber an diesem Tisch und lese ebenfalls Zeitung, schreibe oder blogge (nur jetzt sitze ich gerade im Garten!!!) oder schau den Hühnern zu die auf der Terasse sitzen und hoffen, dass sie ein paar Krumen abbekommen.
Vorher lagen neben einem alten paar Schuhe der Jungs, eine DVD mit einer Vampirserie, die Zeitung, jede Menge Krimskrams und noch Bibel und Gebetbuch auf diesem Tisch. Heute Abend wird sicher wieder irgend jemand, der gerade Zeit und Lust hat zu, ein paar Schüsseln hinstellen und die hungrige Meute wird sich bedienen. (Zur Zeit haben nicht alle gleichzeitig Platz darum zu sitzen, weil das Haus umgebaut wird.)
Ich würde ja zu gerne wissen, welche Geschichten so ein Tisch erzählen kann. Mit seinen Ecken und Macken hat er auf jeden Fall schon viel erlebt.
Vielleicht schaue ich deswegen, wenn überhaupt, Tische in diesenoben erwähnten erwähnten Katalogen an. Und je größer, desto besser. Ein Tisch ermöglicht Leben und Begegnung. Ein Tisch steht zwar zwischen Menschen, aber er verbindet auch.
Und an einem Tisch, da können wir alle einen Vorgeschmack vom himmlischen Festmahl bekommen.
Und jetzt gehe ich den Tisch abräumen, für neue Begegnungen an selbigem.