Ich gehöre ja zu den Pfarrerinnen, die ausgesprochen gerne Konfirmandenunterricht geben.
Das heißt natürlich nicht, dass es mir immer Spaß macht ![]()
Und oft genug frage ich mich freilich auch, ob irgendwas von dem, was ich mit ihnen durchnehme „hängen“ bleibt.
Und vor allem, ob sie im Lauf des Konfirmandenjahres kapieren, dass diese ganze Sache mit Gott und dem Glauben was mit ihnen und ihrem Leben zu tun hat.
Heute war es aber so eine Sternstunde.
Für einen Gottesdienst am 8. Februar, in dem zwei noch nicht getaufte Konfirmanden getauft werden sollten, haben wir heute vorbereitet.
Die Konfis sollen den Gottesdienst weitesgehend selbst vorbereiten und auch gestalten, wenn möglich incl. Predigt.
Das Thema lautet: „Wir haben Gottes Spuren festgestellt.
Heute bekamen sie also verschiedene Fragen von mir gestellt, anhand derer sie den Gottesdienst vorbereiten sollten.
Neben der Liedauswahl ging es da auch um Fragen wie: „Woran, glaubst du, kann man Gottes Spuren im Leben eines Menschen feststellen?“ oder „Wo in Deinem Leben hast Du Gott schon einmal gespürt?“
Ich bin wirklich überrascht und erstaunt, wie persönlich die Jugendlichen von sich berichtet haben. Sicherlich auch, weil ich ihnen die Möglichkeit gab, anonym zu bleiben.
Und die meisten haben auch tatsächlich selbstständig gearbeitet und ihre eigenen Gedanken zu Papier gebracht.
(Ich habe auch eine Weile gebraucht, ihnen beizubringen, dass es im Konfirmandenunterricht keinen Erwartungshorizont wie bei einer Klassenarbeit gibt, sondern dass sie vor allem lernen sollen, selbst zu denken und Fragen zu stellen.)
Und auch mit dem Text von Philippus und dem äthiopischen Kämmerer (Apostelgeschichte 8, 26-40) setzten sie sich auseinander. Zugegebenermaßen verstanden sie den oftmals sperrigen Luthertext nicht auf Anhieb, aber manche brachten echt gute Gedanken, aber auch Anfragen zum Text.
Ich muss jetzt nur aus der Stofffülle einen Gottesdienst schustern.
Und ich freu mich schon auf die Konfis auf der Kanzel.
Unterschätz nur mal keiner die Jugendlichen.
In dem Alter wollen sie sich irgendwie am liebsten verkriechen (kennen ja alle, die die Pubertät durchgemacht haben
), aber wenn man sie mal aus der Reserve lockt, dann kommen da echt gute Sachen raus.
Und ich vermute, sie haben zumindest teilweise begriffen, dass die Sache mit Gott was mit ihnen zu tun hat.
30.01.09 at Fri, 30 Jan 2009 16:00:54 +0000Fri, 30 Jan 2009 16:00:54 +0000 09 4UTC3130 31UTC ([ 00131 $UTC0001UTC5431 01p ] )
Ich denke, dass gerade der Ansatz, anonymisierte Äußerungen zuzulassen,bei Jugendlichen sehr vielversprechend ist. Als eine methodische Variante in dieser Richtung würde ich Ihnen auch „Bibliolog“ empfehlen.
01.02.09 at Sun, 01 Feb 2009 19:22:45 +0000Sun, 01 Feb 2009 19:22:45 +0000 09 7UTC2801 28UTC ([ 22228 $UTC2202UTC4528 02p ] )
Hm. Ansatzweise begriffen… Neulich im KU: Ich erzähle meinen Konfis irgendwas über das Glaubensbekenntnis (normalerweise lasse ich sie immer selber reden, aber da hab ich halt mal gegen meine Gewohnheiten einen Vortrag gehalten) und schloss mit den Worten: „Was meint ihr denn dazu? Habt ihr Fragen?“ – Ein Mädchen meldet sich und stellt die Frage aller Fragen: „Haben Sie Ihre Haare gefärbt?“ – Pfarrerin schlägt stumm mehrmals mit der Stirn auf die Tischplatte.
[Oh, du arme- den Schlag auf die Tischplatte habe ich bis hier gehört!]