Heute ist Erntedankfest.
Wir danken Gott für die Gaben, mit denen wir zum Leben versorgt werden und die doch für viele nicht selbstverständlich sind.

Und es ist der Gedenktag von Franz von Assisi.
Der Heilige, der den Vögeln predigte, die Weihnachtsgeschichte in einem Stall nachspielte und so zum Erfinder des Krippenspiels wurde.
Der das Evangelum lebte und weitersagte (ich glaube, er hätte sich auch gut mit Luther verstanden). Der Gottes Kirche aufbauen wollte. Nicht nur ganz praktisch das kleine, halb verfallene Kirchlein von San Damiano. Sondern die Kirche Gottes, die aus Menschen besteht.

Und dann schließlich schrieb er den wunderbaren Sonnengesang, in denen er Bruder Sonne und Schwester Mond preist, das Wasser und die Erde. Kurz vor seinem eigenen Tod schrieb er noch die letzte Strophe, in der er den Tod als Bruder besingt.
Es ist bis heute eines der schönsten Gedichte seiner Zeit und zählt aus gutem Grund zur Weltliteratur.

1. Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

2. Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

3. Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
hell leuchtend und kostbar und schön.

4. Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

5. Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

6. Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

7. Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

8. Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

9. Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

10. Lobt und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.

Quelle

Ach ja- tief in meinem Herzen habe ich eine sehr franziskanische Ader.