Endlich kann man dieses Lied singen!

 

Morgen, Kinder, wirds was geben
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unsrem Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!

Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch wie vor’ges Jahr
es am Heil’gen Abend war?

Wißt ihr noch mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit den Herden
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?

Welch ein schöner Tag ist morgen!
Viele Freunde hoffen wir;
uns’re lieben Elternsorgen
lange, lange schon dafür.
o gewiß wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert.

Text : Philipp von Bartsch ( 1770-1833 )
Musik: Carl Gottlieb Hering (1809)

 

Chag Chanukkah sameach!!!

Unseren jüdischen Geschwistern ein frohes Chanukkahfest!

„Ein großes Wunder geschah dort“

As some of you might know- in my Lutheran tradition the text on which we are supposed to preach on a sunday or holiday is given in a 6-year lectionary.

Today I had to preach on one  of my favourite texts. The wonderful song of Mary, known as the „Magnificat“.

“ My soul magnifies the Lord, 
       And my spirit has rejoiced in God my Savior. 
        For He has regarded the lowly state of His maidservant;
      For behold, henceforth all generations will call me blessed. 
       For He who is mighty has done great things for me,
      And holy is His name. 
       And His mercy is on those who fear Him
      From generation to generation. 
       He has shown strength with His arm;
      He has scattered the proud in the imagination of their hearts. 
        He has put down the mighty from their thrones,
      And exalted the lowly. 
        He has filled the hungry with good things,
      And the rich He has sent away empty. 
        He has helped His servant Israel,
      In remembrance of His mercy, 
        As He spoke to our fathers,
      To Abraham and to his seed forever.”

Luke 1, 46-55

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

 

EG 1, 5

1. Advent:
Besinnlich und friedlich soll sie werden, die Vorweihnachtszeit. Habe das auch meinem Nachbarn erläutert, der mir darin voll zustimmt. Die kalte Witterung lässt die Gedanken klarer hervortreten, der Alltag mit seinen dummen Streiterein tritt zurück und amcht wirklich Wichtigem Platz. Mein Nachbar hat mir erzählt, dass erin diesem Jahr seine Tanne im Garten mit hübschen Lichtern schmücken will. Wegen der Stimmung. Finde das toll.

5. Dezember:
Seit gestern hat mein Nachbar einen Tannenbaum illuminiert. Kleine Lämpchen, circa 20 Stück, weiß. Sieht hübsch aus, sagt die ganze Nachbarschaft. Habe beschlossen, solidarisch an der weihnachtlichen Ausschmückung meiner Nachbarschaft mitzuwirken und mich darum im Baumarkt nach kleinen Lämpchen umgesehen. Natürlich sollten es nicht zu wenige sein, wegen der Wirkung. Erstand kurzentschlossen eine 50er-Lichterkette mit extrastarken Lämpchen, brilliantweiß. Werde sie gleich heute abend montieren.

7. Dezember:
Komische Sache. Mein Nachbar scheint meinen Wunsch zur gutnachbarlichen Zusammenarbeit zwecks Verschönerung der Strasse missverstanden zu haben. Heute morgen waren bei ihm sämtliche Tannenbäume, zwei Kirschbäume und eine Platane mit Lichterketten versehen. Eine flüchtige Zählung mit dem Feldstecher ergab im Durchschnitt circa 80 Lämpchen pro Baum. Soll das etwa ein Wettkampf werden? Ist doch erwachsenen Menschen unwürdig!

11. Dezember:
Kam heute Mittag zufällig am Baumarkt vorbei. Wusste gar nicht, dass man bei Abnahme von 15 Lichterketten à 150 LEuchteinheiten Sonderrabatte erhält. Besonders effektvoll sollen blinkende Ketten sein, vorzugsweise die 250er-Einheit mit Hochspannungssicherheitstransformator und induktivem Schalter. Will das Ganze aber nicht übertreiben, habe daher für die große Tanne lediglich zwei davon gekauft. Komme unter Einsatz von zwei Gummibäumen auf jetzt 14 illuminierte Gewächse. Ein Hauch des Friedens geht von meinem Garten aus.

13. Dezember:
Eine Kampfansage! Mein verschwendungssüchtiger Nachbar hat den kompletten Zaun mit Leuchtkörpern behängt. Circa 1000 rhythmisch blinkende Lampen in geschmacklosen Farben. Was für eine proletarisch-billige Form der Weihnachstbeleuchtung! Das bestätigte mir auch mein Elektriker, der an unserer Fassade Leuchtsterne und biblische Motive angebracht hat und meinte: „Wenn schon Beleuchtung, dann aber mit leuchtstarken Halogenstrahlern wie diesen hier!“

16. Dezember:
Die dauerhaft blinkenden Figuren an sämtlichen Fenstern des Nachbarn verursachen mir seit Tagen schlimme Kopfschmerzen, die auch bei Betrachtung meiner neu angebrachten 5000 Watt Lichtbogenhimmelsstrahler nur unwesentlich besser werden. Sie werfen rhythmisch zuckende Lichtfinger in den wolkenverhangenen Himmel und geben einen interessanten Kontrast zu den lasergesteuerten Beamern, die auf die Wolken grell leuchtende Bilder mit Szenen aus der Weihnachtsgeschichte malen. Dagegen sind die neu installierten Lauflichter an den Fassadenkanten des Hauses meines intriganten Nachbarn geradezu lächerlich.

19. Dezember:
Hatte heute Besuch eines Technikers der städtischen Stromwerke, der den enormen Anstieg meines Stromverbrauchs für einen Defekt im Leitungssystem hielt. Unsere Unterhaltung wurde stark gestört durch das elektrische Glockenspiel auf dem Nachbargrundstück, das mit 38 Kupferglocken die bekanntesten 40 Weihnachtslieder erklingen lässt. Der Techniker empfahl mir, einen 20 KV Industrietrafo einbauen zu lassen und im Abrechnungssytsem auf eine Gewerbeabrechnung für mittelgroße Betriebe umzusteigen, wegen der günstigeren Grundgebühren. Beim Weggehen meinte er kopfschüttelnd, ob ich nicht etwas gegen dieses Glockengeläut unternehmen wolle. Zeigte ihm meine neuen 2000 Watt Außenlautsprecher mit Ultra-Subwoofern und die dazugehörige Abspielstation für die CD mit dem Lied „Stille Nacht“. Gehe heute Abend auf Sendung.

20. Dezember:
Habe einen weiteren Beamer installiert, der auf das Garagentor die Neuverfilmung der Geschichte Christi projiziert. In Reserve halte ich noch eine Kopie des Films „Die zehn Gebote“. Da kann mein geschmackloser Nachbar mit seinen Außenlautsprechern und dem Hörspiel der Weihnachtsgeschichte natürlich einpacken, zumal der Schneewerfer auf meinem Dach durch die erzeugten Schneemengen alle Geräusche stark zu dämpfen pflegt. Mehrere strategisch angebrachte Heizstrahler halten meine beleuchteten Gartenbäume schneefrei.

22. Dezember:
Die Menschenmassen in unserer Strasse nehmen langsam unübersehbare Ausmaße an. Dabei kann ich voll Stolz feststellen, dass das Ausblasen von feinen Silbersternen vor meinem Haus die allgemeine Bewunderung auf diese Seite der Straße konzentriert. Da kann auch das Rentiergespann meines Nachbarn nichts dran ändern. Zumindest seit ich einen Stand für Getränke und Gebäck eingerichtet habe.

24. Dezember:
Etwas Merkwürdiges ist passiert. Die Stadtverwaltung hat alle weihnachtlichen Zurschaustellungen in meiner Strasse verboten, mit dem völlig irrelevanten Argument, hier werde ein nicht genehmigter Weihnachtsmarkt abgehalten. Bin fassungslos. Und das an Weihnachten, dem Fest des Friedens und der Besinnung!

Eine Quelle habe ich nicht- ich habe dies als eMail eines Bekannten erhalten.

Pilgrimage

 

Lord I´d like to be a pilgrim. By that I mean

I want to be serious about the spiritual life

regular worship, daily prayers, some effort to become

a nicer person to my family and neighbours,

the kind of thing You´ve talked about

for more than two thousand years.

But Lord, I am not sure I can do  it. I´ve read

about pilgrimage and it seems to me

that You ask a lot of followers, a hard road

and steep mountains that have to be climbed.

That´s okay for holy disciples, but me,

Lord, I´m just average tag-along.

I´ve never been one for steep mountains.

I know that I would never make it.

I´m wondering,  is there a compromise

some kind of easy slope for beginners?

What´s that, Lord?  Oh.  I see.

The problem is not the mountain.

It´s the pebble in my shoes.

 

 

Source, p. 101

O Weisheit, hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten

Die Welt umspannst du  von einem Ende zum anderen,

in Kraft und Milde ordnest Du alles.

O komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht.

 

Antiphon zum Magnificat am 17. Dezember

Normalerweise sind für mich die Vorbereitungen der Predigten für den jeweiligen Sonntag Zeiten, in denen mich der Predigttext durch den Alltag begleitet. Mit dem Sonntag ist er jedoch meist „erledigt“.
Anders der Predigttext und das Gottesdienstthema des vergangenen Sonntages.
Ich wage es daher noch einmal, eine Predigt, eben jene vom verganenen Sonntag hier einzustellen.

Um sie ganz zu verstehen, muss man wissen, dass ich die Gemeinde nach dem Votum breit grinsend mit „Wir machen den Weg frei“ begrüßt habe (was auch einige Lacher hervorgerufen hat) und dass das das mehr oder weniger das Thema des Gottesdienstes war.

Wartezeiten, liebe Gemeinde, sind immer Zeiten der Ungeduld. Und Zeiten der Sehnsucht. Die alles bestimmende Frage lautet: Wann ist es endlich soweit? Wann kommt er oder sie? Wann ist der große Tag da?
Schon das kleinste Anzeichen des großen Ereignisses, auf das wir warten, hilft uns die quälende Zeit bis dahin zu überbrücken.
Kindern- kleineren und auch größeren- hilft in der Adventszeit der Adventskalender die Tage bis Weihnachten zu zählen und die Wartezeit zu überbrücken.
Aber auch in anderen Wartesituationen helfen uns schon kleine Vorboten oder Vorbotinnen des großen Ereignisses.
Bei der Deutschlandtour letzten Jahres, die ja auch durch Bad Liebenzell führte, kündigte der Werbetross das Kommen der Sportler an.
Am Bahnhof warten wir ungeduldig, ob der Zug, in dem die erwartete Person kommen soll, schon in Sicht ist.

In vergangenen Zeiten gab es in Europa an den Fürstenhöfen auch die Einrichtung eines Herolds. Er ging den Fürsten und Fürstinnen voraus und kündigte dem Volk das Kommen des Monarchen an. Meist selbst begleitet von einem Tross an Musikanten, Soldaten und sonstigen Gefolgsleuten.

Und wenn wir in der Geschichte noch weiter zurück gehen, entdecken wir, dass es auch in unserer jüdisch-christlichen Tradition die Funktion eines Herolds gibt.
Seit tausenden von Jahren wird nämlich in der jüdischen und christlichen Tradition geglaubt, dass der Messias auch einen Wegbereiter hat.
Oftmals wird dem Propheten Elia, der ja der Überlieferung nach nicht verstorben, sondern auf wunderbare Weise in den Himmel entrückt wurde, diese Rolle zugedacht. Noch heute kann man auf zahlreichen jüdischen Malereien den Propheten Elia als Wegbereiter des Messias bewundern.
Und in unserer christlichen Tradition kommt diese Rolle der Figur des Täufers Johannes zu. Denken Sie nur an das bekannte Bild des Isenheimer Altars, auf dem Johannes mit dem überdimensional langen Finger auf Christus verweist.
Und auch im Islam spielt Johannes der Täufer eine zentrale Rolle.
Ihm als Wegbereiter ist traditionell der dritte Adventssonntag gewidmet.
Im Vergleich zu anderen neutestamentlichen Gestalten erfahren wir sehr viel über ihn.
Er wird in allen vier Evangelien wie auch beim jüdisch-römischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus erwähnt.

Er stammte aus einer jüdischen Priesterfamilie und war ein Zeitgenosse Jesu, ein halbes Jahr älter als Jesus. Auch über seine Geburt berichtet der Evangelist Lukas ausführlich.
Er trat als Weisheitslehrer auf, predigte im Stil der alten Propheten und taufte. Johannes rief zur Umkehr auf und kündigte das unmittelbare Kommen Gottes oder des Messias zum endzeitlichen Gericht an. Schon bald hatte er einen Kreis von Anhängerinnen und Anhängern um sich gesammelt. Doch die Evangelien berichten immer wieder, dass er stets auf das Kommen des Messias verwies.
Trotz allem muss sein Auftreten und seine Wirkung auf die Menschen dem damals herrschenden König Herodes Antipas gefährlich vorgekommen sein. Denn Herodes Antipas lies Johannes verhaften und ins Gefängnis werfen.
Später wurde er dann hingerichtet.

Vor diesem Hintergrund muss der heutige Predigttext verstanden werden, der im 11. Kapitel des Matthäusevangeliums steht:

Und es begab sich, als Jesus diese Gebote an seine zwölf Jünger beendet hatte, dass er von dort weiterging, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
2 Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger
3 und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt;
6 und selig ist, wer durch mich nicht zur Sünde verleitet wird.

Das ist ganz und gar kein leichter Text, der uns da für den dritten Advent zugemutet wird. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe Gemeinde. Für mich ist vor allem die Frage des Johannes noch im Ohr. Sie steht über dem ganzen Predigttext und fordert heraus.
„Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?“
Es ist eine verstörende Frage, deren Sinn sich beim ersten Hören nicht nicht wirklich erschließt. Denn Johannes hat doch selbst Jesus getauft. Hat auf ihn hingewiesen und gesagt: „Es kommt einer nach mir, der ist stärker als ich; und ich bin nicht wert, dass ich mich vor ihm bücke und die Riemen seiner Schuhe löse. Ich taufe euch mit Wasser; aber er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“ So berichtet es der Evangelist Markus und auch Matthäus und Lukas überliefern es ganz ähnlich.
Und dann diese Frage. Johannes scheint sich vergewissern zu wollen.
Ist derjenige, den ich getauft habe, den ich für den Messias gehalten habe, ist der es wirklich. Kann der die Welt erlösen? Und mich aus dem Gefängnis holen?
Lohnt es sich, noch zu hoffen. Lohnt es sich, auf diesen zu hoffen, lohnt es sich, überhaupt auf einen Messias, auf einen Erlöser zu hoffen?

Die Antwort gibt Jesus selbst. Doch er antwortet nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“, sondern hält seine Antwort offen: „Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.“
Jesus stellt sich in die Tradition seiner Vorfahren und erinnert die Hörerinnen und Hörer, was von Alters her vom Messias erwartet wird. Er fasst die Messiashoffnungen zusammen. Ganz ähnliche wie die, die wir in der Schriftlesung vorher gehört haben.
Das Volk soll getröstet werden, die Knechtschaft Jerusalems, damit ist das babylonische Exil gemeint, soll ein Ende haben. Was krumm ist soll gerade werden.

Indem Jesus dies tut, hält er an den Verheißungen Gottes für Israel fest. Er hebt sie nicht auf, sondern bestätigt sie vielmehr.
Und er fordert seine Hörerinnen und Hörer auf, selbst genau hinzuschauen. Macht die Augen auf. Findet Ihr Eure Hoffnungen bestätigt, dann wird es wohl so sein.
Wenn nicht, wenn die alten Versprechen Gottes noch nicht in Erfüllung gegangen sind, dann müsst ihr noch weiter warten.

Somit gibt Jesus dem Täufer und vor allem seiner verstörenden Frage Recht. Es ist in Ordnung, nachzufragen ob es sich noch lohnt zu warten. Es ist völlig ok, immer wieder seine Zweifel auszusprechen, ob der Messias denn tatsächlich gekommen ist. Die Lage des Täufers war alles andere als erlöst, damals im Gefängnis. Und auch unsere Welt ist es noch nicht.
Auch für uns ist die Frage berechtigt, ob es sich noch zu hoffen lohnt.

Und manchmal müssen wir durch eine Frage aufgerüttelt werden, unseren Blick zu schärfen. So wie Jesus die Fragenden auffordert, hinzuschauen, ob die alten Verheißungen denn in Erfüllung gegangen sind.

Und dann ist da noch der merkwürdige Satz in der Antwort Jesu:
„selig ist, wer durch mich nicht zur Sünde verleitet wird.“

Jesus selbst weiß um den Anstoß, den sein Verhalten und seine Lehre seinen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen bietet.
Er kommt in keine heile Welt, er kommt nicht zu den Starken, Schönen und Reichen. Er kommt zu denen, die am Rand der Gesellschaft stehen, die übersehen werden, die Hilfe an Seele und Leib brauchen. Er predigt Freiheit in einem Land, das von einer Weltmacht besetzt ist.
Das ist anstößig und provoziert- gerade die Mächtigen.
Und dennoch: Jesus preist diejenigen selig, bei uns sagt man eher glücklich, die über sein Verhalten nicht den Glauben an den Gott Israels verlieren. Denn Sünde ist nichts anderes, als von Gott getrennt zu leben. Glücklich sind also diejenigen, die die Anstößigkeit Jesu, sein provozierendes Verhalten den Mächtigen gegenüber, das Leiden, das Mit-leiden Jesu mit den Menschen aushalten. Und die trotz einer noch ganz und gar unerlösten Welt auf den Gott der Väter und Mütter vertrauen. Auf den Gott Abrahams und Sarahs, Marias und Jesu, der das Kommen des Messias verheißt.
Jesus preist diejenigen glücklich, die im Hinschauen und Mit-leiden selbst zu Wegbereiterinnen, zu Verkündigern des Messias werden.

Trotz allem: ein Beigeschmack scheint aus diesem Predigttext zu bleiben.
Ein Wegbereiter, der selbst zweifelt. Ein Wegbereiter, der sich seines Amtes und seiner Aufgabe selbst nicht sicher ist. Das ist mehr als merkwürdig.
Für uns Menschen heute ist das jedoch entlastend und wahrscheinlich auch tröstend zu hören. Denn auch wir sind Wegbereiterinnen, Hinweisgeber auf Christus. Auch heute ist es noch unsere Aufgabe, auf Jesus hinzuweisen, der für uns Christenmenschen der Messias ist. In dem sich für uns die Versprechen Gottes erfüllt haben.
Gerade in unserer lutherischen Tradition spielt das Priestertum aller Getauften eine zentrale Rolle. Wir alle haben die Aufgabe, auf Jesus hinzuweisen, von ihm zu erzählen und das Reich Gottes in unserer Welt spürbar werden zu lassen. Jede und jeder von uns ist dazu berufen. Auch- und da geht es uns wahrscheinlich manchmal wie Johannes- wenn wir selbst unserer Sache nicht immer sicher sind. Wenn wir gar nicht immer wissen, ob wir tatsächlich an diesen Jesus aus Nazareth glauben können. Wenn die Fragen mal wieder größer und zahlreicher sind als die Antworten.
Wenn wir das Gefühl haben, nicht kompetent, nicht gebildet genug zu sein. Wenn wir denken, andere könnten das viel besser, wenn wir uns einreden viel zu beschäftigt mit unseren Alltagsdingen zu sein.
Dabei braucht es keine großen Worte und auch keine großen Taten. Es kostet nichts. Schon vermeintlich kleine Gesten reichen um klare Hinweise auf den zu geben, dessen Ankunft wir im Advent so sehnlich erwarten.
Ich denke da an die Schulkinder aus X und Y, die letzte Woche bei Älteren Menschen in unseren beiden Orten Weihnachtslieder gesungen haben.
Da ging es nicht um eine musikalisch perfekte Darbietung. Es ging darum, anderen eine Freude zu machen. Und das ist den Kindern gelungen. Ich weiß von Menschen aus unserer Gemeinde, die Tränen in den Augen hatten, weil ein paar Kinder in Begleitung von ein paar Erwachsenen für SIE gesungen haben. Das ist für mich Advent. Mehr als alle Weihnachtsmärkte und Nikolausfeiern, die uns suggerieren, dass ohne diese kein Weihnachten wäre. Das sind für mich kleine Wegbereiter und Hinweisgeberinnen auf den, dessen Ankunft wir erwarten.
Den Kindern hat es selbst Freude gemacht, dass sie anderen eine Freude machen konnten. Ich weiß, einige der Kinder waren sehr beeindruckt von der Reaktion der älteren Menschen und der Wertschätzung dessen, was die Kinder getan haben.
Und das alles in zwei Stunden an einem Samstag Nachmittag.

Oder das Erlebnis einer Bekannten in der vergangenen Woche.
Sie lebt in Bremen, ihre Eltern in Berlin. Als einzige Tochter musste sie einen Familiennotfall managen und vieles aus der Entfernung heraus erledigen und regeln. Sie wusste oft nicht, wie sie es schaffen würde. Und dann schrieb sie mir und anderen auf einmal folgendes:
„Ich danke Gott, dass er einen Engel geschickt hat – einen Engel ohne Flügel, aber in Polizeiuniform!
Stellt Euch vor, nach all den Vorfällen mit meinen Eltern hat er sich zur Aufgabe gemacht, öfter bei den beiden Alten reinzuschauen – er bietet sich jederzeit zum Gespräch an, wenn Vater kurz vor dem Ausflippen ist.
Ein ganz normaler Streifenbeamter vom dortigen Revier!!!!! Ich fasse es nicht!“

Der Polizist wurde für meine Bekannte und deren Eltern zum Engel. Vielleicht wusste er selbst nicht, was er diesen Menschen da gutes tat. Was er mit seinem Tun bewirkte. Dass er zu einem Boten Gottes wurde, zum Wegbereiter und Hinweisgeber auf Christus, der daran erinnert, dass die Versprechen Gottes, bei denen zu sein, die in Not sind, gelten. Auch heute noch.

Wir brauchen solche Wegbereiterinnen und Wegbereiter. In unserem Alltag, mitten in unserem Leben. Und jede und jeder kann es für andere sein.
Damit andere sehen, dass die Verheißungen Gottes in Erfüllung gehen. So wie vor 2000 Jahren.
Da ist es auch nicht schlimm, wenn wir uns unserer Sache nicht immer sicher sind, so wie es Johannes der Täufer auch nicht immer war. Der auch gefragt hat. Wer ist das eigentlich, auf den wir warten?
Und der Antwort bekam.
Das sind die Zeichen wenn der Messias kommt:
„Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“.

Lassen Sie uns ans Werk gehen. Jede und jeder von uns. Wir alle können das. Als Wegbereiterinnen und Wegbereiter Gottes.
Denn auch das ist Advent. Und die Wartezeit wird für alle verkürzt.
Machen wir den Weg frei.
Amen

Eben bekam ich von einer bekannten folgendes zugeschickt.

Finde ich gar nicht schlecht.

Message from the CEO (Christmas Event Organizer): Dr. J. Christus v. Bethlehem:

Also Kinder, ich bin jetzt im Urlaub. Aller Vorrausicht nach bin ich bis Weihnachten wieder da, aber die Vorbereitungen darauf sollten natürlich jetzt schon loslaufen:

Status: Wie Weihnachten 2007 im Internet gezeigt hat, heißt Weihnachten nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann entsprechend auch ab jetzt X-man heißen!

Da X-mas 2008 quasi schon vor der Tür steht, ist es spätestens seit Oktober höchste Zeit, mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen – Verzeihung, seit Oktober ist es höchste Zeit, mit dem Weihnachts-Roll-Out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in time vorzubereiten.

Hinweis: Die Kick-Off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für die diesjährige SANCROS (Santa Claus Road Show) findet bereits am 27. November 2008 statt.

Daher wurde das offizielle Come-Together des Organizing Commitees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) abgehalten. Erstmals haben wir ein Projekt-Status-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickelte To-Do-Liste und einheitliche Job Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocations geschaffen werden, was wiederum den Service-Level erhöht und außerdem hilft, X-mas als Brandnameglobal zu implementieren.

Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head des Global Christmas Markets (früher Knecht Ruprecht) die Ablauforganisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Center sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch sog. Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.

Die Service Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference-Call virtuell informiert und die Core-Competence vergeben. Ein Bündel von Incentives und ein separates Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche corporate Culture samt Identity zu entwickeln.

Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelled. Stattdessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem Testmarket als Pilotprojekt eine Hotline für kurzfristige Weihnachtswünsche einzurichten, um den added Value für die Beschenkten zu erhöhen. Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MIST) ist auch benchmark-orientiertes Controlling für jedes Private-Schenking-Center möglich.

Nachdem ein neues Literaturkonzept und das Layout-Format von externen Consultants (Osterhasen Associates) definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 2008.1) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende Updating. Hochauflagige Lowcost-Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketingmaßnahmen. Ferner wurde durch intensives Brainstorming ein Konsens über das Mission Statement gefunden.

Es lautet: „Let s keep the candles burning“ und ersetzt das bisherige „Frohe Weihnachten“.

X-man hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des corporate Redesigns. Er akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz, auch im Hinblick auf den Shareholder-Value, und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation-Manager.

In our lutheran tradition we focus on the third sunday of Advent on John the Baptist. He was the one who made way for Jesus.

These were the readings in our services today:

1st reading:

“Comfort, yes, comfort My people!”
      Says your God.
       2 “ Speak comfort to Jerusalem, and cry out to her,
      That her warfare is ended,
      That her iniquity is pardoned;
      For she has received from the LORD’s hand
      Double for all her sins.”
       3 The voice of one crying in the wilderness:

      “ Prepare the way of the LORD;
      Make straight in the desert[a]
      A highway for our God.
       4 Every valley shall be exalted
      And every mountain and hill brought low;
      The crooked places shall be made straight
      And the rough places smooth;
       5 The glory of the LORD shall be revealed,
      And all flesh shall see it together;
      For the mouth of the LORD has spoken.”
       6 The voice said, “Cry out!”
      And he[b] said, “What shall I cry?”

      “ All flesh is grass,
      And all its loveliness is like the flower of the field.
       7 The grass withers, the flower fades,
      Because the breath of the LORD blows upon it;
      Surely the people are grass.
       8 The grass withers, the flower fades,
      But the word of our God stands forever.”
       9 O Zion,
      You who bring good tidings,
      Get up into the high mountain;
      O Jerusalem,
      You who bring good tidings,
      Lift up your voice with strength,
      Lift it up, be not afraid;
      Say to the cities of Judah, “Behold your God!”
       10 Behold, the Lord GOD shall come with a strong hand,
      And His arm shall rule for Him;
      Behold, His reward is with Him,
      And His work before Him.

Isaiah 40, 1-10

Gospel:

 1 Now it came to pass, when Jesus finished commanding His twelve disciples, that He departed from there to teach and to preach in their cities.
2 And when John had heard in prison about the works of Christ, he sent two of[a] his disciples 3 and said to Him, “Are You the Coming One, or do we look for another?”
4 Jesus answered and said to them, “Go and tell John the things which you hear and see: 5 The blind see and the lame walk; the lepers are cleansed and the deaf hear; the dead are raised up and the poor have the gospel preached to them. 6 And blessed is he who is not offended because of Me.”

Matthew 11, 1-6

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