„Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern,
so sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch Deine Angst und Pein“

J. Klepper, EG 16, 1

Kanzelschwalbe wünscht allen Leserinnen und Lesern eine gesegnete und von Gottes Liebe beschienene Adventszeit!!!

I´ve been to various receptions recently. It´s part of our (clergy-)life.
Receptions can be quite nice to catch up with people. But they can be terribly booooring too. In fact, most receptions are more or less boring.
Long, not always funny, sometimes even tasteless speeches. Many speeches. And an other speech. Never ending speeches.

This requires some survival strategies.
I figured some out:

1) shoes
If there are any receptions make sure, you wear comfy shoes in which you can stand for a while. Most receptions are standing- only events. No high heels. Now new shoes.
I usually wear my „preaching-shoes“ because I know they are comfy enough to stand in.

2) clothes
Yes, also clothes can be a survival factor for receptions. Make sure you wear something comfy too. Something that doesn´t need adjustment every five minutes (no too tight shirts or blouses which fall open or even make their ways up the waist). Same goes for hair. Make sure it´s tucked away or doesn´t fall over your face once you talk to someone. Be aware of windy locations.

3) Handbags etc.
If you carry a handbag or backpack with you, make sure it is not too heavy. Particularly handbags can get terribly heavy after a while if you carry too much stuff (I know what I´m talking about). Doublecheck before the event if you will really need all the items your bag contains.
Make sure it has a shoulder-strap that doesn´t cut.

During the reception:
Make sure you have always a free hand. You will have to shake many hands.
If there are tables, make soure to find a place at a table- it doesn´t matter if they are bistro-style standing-tables or not. Well, the standing-tables make it easier to socialise as you don´t always have to get up to greet someone and then sit down again.
Once you´ve found a place at a table, you´ve made it. Almost.
The table is the place where you can easily park your glass if you are supposed to clap your hands politely.
It also helps you with the „hand-free“ rule.
And you can easily even store a plate if any food is offered and take a bite or two during speeches. (Don´t overload your plate. Looks greedy. Rather go twice).

It is often unlikely that you will have a chance to eat because of the small talk. Use the speeches. Just don´t eat too quickly, but a bite every now and then helps you survive all the speeches and fill your tummy.

Even if you´re bored to death- put on your „I´m a interested listener-face“. Works like a pokerface. Don´t yawn. Don´t make any comments, neither non-verbal not verbal.
Try to open your eyes, this gives you an impression as if you were terribly interested. Have a little smile on your face too- just as you dream yourself away to a place where you´d rather like to be at the very moment.

And: Every speech and every reception will have an end. Just believe in it.

Die Schulzeit prägt das Leben von uns allen. Wir erinnern uns an die erste Lehrerin (meine war schrecklich!), die Streiche, die Macken der Mitschülerinnen und Mitschüler und die Schrullen der Lehrerinnen und Lehrer.
Kein Wunder, dass die Einschulung einen wichtigen Übergang im Leben eines Kindes darstellt.
Da beginnt der Ernst des Lebens, sagt man. (Mir hat man das aber bisher in meinem Leben schon mindestens 10 Mal gesagt und ich habe den Ernst des Lebens wohl noch immer nicht ganz begriffen. ;-) )

In den letzten Jahren wurde die Einschulung damit auch immer mehr zum Passageritus und Familienfest.
Interessanterweise ist die Kirche gerappelt voll. Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern, Patinnen und Paten.

Heute ist es wieder soweit.
Auch „meine“ kleine Dorfkirche wird wieder so voll werden, wie sonst nur an Heilig Abend oder der Konfirmation. Ein Haufen quirliger Erstklässlerinnen und Erstklässler, sowie gerührte Eltern werden sich zum Einschulungsgottesdienst zusammenfinden.
Viele sind relativ kirchenfern, suchen aber doch nach Ritualen, um den so wichtigen Übergang zu begehen und zu deuten.

Das stellt mich als Pfarrerin vor gewisse Herausforderungen bezüglich des Gottesdienstes.
- Er muss kindgerecht sein. Die Erstklässlerinnen und Erstklässler sind die Hauptpersonen.
Sie sollen in ihrer besonderen Situation mit ihren Erwartungen, ihrer Freude aber auch ihren Ängsten angesprochen werden.
- Er muss elterngerecht sein. Die diffusen Erwartungen und Ängste der Eltern sollen ebenso zur Sprache kommen.
- Er darf nicht zu lang sein. Die Einschulung findet direkt im Anschluss statt und der Grad der Aufregung ist entsprechend hoch. Also keine langen Reden.
- Ich muss diesen Gottesdienst mehr oder weniger alleine gestalten. Ich habe kein Team, mit dem ich großartige Anspiele etc. vorbereiten und durchführen kann. Der Aufwand muss sich für mich also in Grenzen halten.

Um diese Herausforderungen möglichst gut zu meistern, hat sich in den letzten Jahren für mich folgendes bewährt:

Liedauswahl:
Meist wähle ich neue Lieder, die die Kinder und Eltern oft schon aus dem Kindergarten kennen. Bewegungslieder bieten sich an. Das lockert die Anspannung auf und für die Kinder heißt das ein wenig „Action“.
Trotzdem wähle ich meist auch ein traditionelles Lied aus, um die Vielfalt des kirchlichen Liedguts zu zeigen. Außerdem sind viele der modernen Lieder den kirchenfremden Familien eher unbekannt. Diese singen interessanterweise bei den traditionellen Liedern besser mit.

Gebete:
Meist wähle ich einen Psalm mit einem eingängigen Kehrvers aus. Modere Psalmenübertragungen bieten sich dabei an. Die Kinder können den Kehrvers gut mitsprechen und werden dabei in das Psalmgebet integriert.
Ansonsten wähle ich eine einfache Sprache mit kurzen Sätzen. Ich verzichte auf hochtrabende theologische Formulierungen (sollte man m.M.n. sowieso tun), sondern wähle gerne eine „vertraute“ Sprache. Z.B: die Anrede „Lieber Gott“.
Gerade bei Gebeten kann man weitere Personen (Eltern, LehrerInnen) gut mit beteiligen

Verkündigung:
Hier arbeite ich gerne mit Gegenständen oder Bildern.
In den letzten Jahren habe ich biblische Geschichten erzählt. So z.B: Abraham (Stichwort „Aufbruch“ , Gott geht mit). Dabei habe ich Folien zu den Bildern per Overheadprojektor gezeigt. Die Kinder hörten meist gespannt zu.
Auch hier gilt: Lieber kurz und knackig!

„Giveaway“:
Wenn es sich anbietet, gibt es einen kleinen Gegenstand zum mitnehmen, der die Kinder an den Einschulungsgottesdienst erinnert. So z.B. bei Abraham einen kleinen Stern zum an den Schulranzen hängen. Viele Kinder haben ihn immer noch am Schulranzen. *freu*

Segenshandlung
Interessanterweise ist gerade bei Passageriten der Wunsch nach einem persönlichen Segenszuspruch sehr groß. Wo es sich durchführen lässt (sprich wenn die Kinderzahlen nicht zu groß sind), bietet es sich durchaus an, den Kindern persönlich den Segen zuzusprechen. Evtl. kann dies auch durch mehrere Personen geschehen.

„Setting“
Auch das „Drumrum“ ist mir sehr wichtig. Es soll deutlich werden, dass der Einschulungsgottesdienst ein Gottesdienst ist. Daher brennen selbstverständlich die Kerzen auf dem Altar und die Orgel begleitet die Lieder. Auch wenn ich gerne andere Personen in die Durchführung mit einbeziehe (Eltern und LehrerInnen), trage ich selbstverständlich den Talar.
Und es wird natürlich heftig Werbung für die Kinderkirche und die Kindergruppen gemacht. ;-)

Kleiner Nachtrag:
Von 18 ABC-Schützen (und -schützinnen) waren 17 mit ihrer Familie in der Kirche. Diese war, wie erwartet gerappelt voll. Der Gottesdienst war bunt, lustig, ein wenig chaotisch (was zu erwarten war) und viele Eltern oder sonstige Angehörige gaben mit als Rückmeldung, dass es ihnen gefallen hat.
Aber jetzt ist es erst einmal vorbei- für dieses Jahr.

Nach einem Jahr munterem Gezwitscher soll es eine kleine Neuerung als Dank für alle regelmäßigen Leserinnen und Leser geben, aber auch für diejenigen, die vielleicht eher zufällig hierher kommen.

Im „Hintergrund“ sehe ich immer wieder auch Schlagworte, durch die mein Blog gefunden wurde.
In unregelmäßigen Abständen, werde ich also etwas zu diesen meistgesuchten Schlagworten, aber auch zu konkreten Anfragen schreiben.

Heute früh kam der Gästebucheintrag von Malwine, einer „zufälligen“ Leserin, die bald selbst auf der Kanzel stehen wird.
Da das Thema Kleidung gerade bei Frauen eine große Rolle spielt, werde ich die Gedanken der Leserin mal aufnehmen. Sie schreibt:

Ich mache mir jetzt schon Gedanken zum Thema Bekleidung: bin mit 1,85m Körpergröße und Schuhgr.43 reich gesegnet (ganz zu schweigen von zu niedrigen Pulten auf der Kanzel…).

Ja, das Thema Kleidung ist wichtig- wichtiger oft als uns lieb ist. Denn wir vermitteln dadurch non-verbale Botschaften.
Gerade als junge Frauen, wenn wir uns modisch kleiden, passen wir oft so gar nicht ins Klischee von Kirche und Gottes Bodenpersonal. Selbst durch unsere Kleidung transportieren wir dann die Botschaft: „Hey, so altbacken wie Ihr Euch Kirche vorstellt, sind wir doch gar nicht. Schau doch mich an.“

Gestern erzählte mir auch ein Gemeindeglied, dass er meinen Vorgänger einmal beinahe nicht ins Haus lassen wollte, weil der einen so zotteligen und ungepflegten Bart hatte, dass der Besuchte eher an einen Hausierer dachte als an den Pfarrer (klar, in einem Dorf wie meinem, könnte man den Pfarrer schon kennen- das „erledigt“ sich oft auch durch einen Gottesdienstbesuch).
Doch der Bericht zeigt: Kleider bzw. das entsprechende Aussehen machen Leute.

Jetzt aber zur Anfrage von Malwine:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein „Business-look“ meist nicht verkehrt ist. Bei allen „offiziellen“ Anlässen habe ich den Eindruck, damit richtig angezogen zu sein, ein Stück Vertrauenswürdigkeit und trotzdem Jugendlichkeit und Modebewußtsein zu transportiern. (Klar, gehe ich auch mit Jeans und T-Shirt in die Schule und den Konfirmandenunterricht) Aber reden wir mal eher von den „offizielleren“ Anlässen wie Gottesdienst, Besuche, Gemeindeveranstaltungen, Grußworte und sonstigen Repräsentationsaufgaben.

Da die Leserin 1, 85m groß ist, fange ich mit dem größten Problem an- den Hosen.

Mein absolutes Basic-Teil ist ein schwarzer Hosenanzug.
Ich bin zwar „nur“ 1,78 m groß, weiß aber wie schwer es ist, entsprechend lange Hosen zu bekommen, die keine Jeans sind.
Mein Hosenanzug habe ich mir vor 5 Jahren, vor dem Vikariat, auf der Durchreise in Thailand maßschneidern lassen. Ich bereue diese Entscheidung nicht.
Ich trage ihn zu Gottesdiensten, Beerdigungen etc. Zu anderen offiziellen Anlässen ebenso. Manchmal auch nur die Hose mit einem anderen Blazer, meist aber eben doch den ganzen Anzug.
Frabe in das Ganze bringe ich durch farbige Blusen- wer sagt, dass man nur schwarz-weiß tragen darf.
Auch ein bunter Schal kann etwas „pep“ hineinbringen- ich selbst bin aber keine Schal-/Tuchträgerin.

Vielleicht wäre es auch für Dich eine Überlegung, die Euros in einen(!) guten Hosenanzug zu investieren.
Da weißt Du dann, dass er passt und richtig sitzt. Vielleicht wäre das ja ein entsprechendes Examensgeschenk?

Ansonsten versuche ich auch immer Jeans, die es glücklicherweise in Langgrößen gibt, mit einer Bluse oder einem Blazer aufzupeppen und „businesstauglich“ zu machen. Dazu trage ich bevorzugt gut tailliert geschnittene Blazer.
Und natürlich nicht die ausgewaschenen Jeans, eher mal eine schwarze oder dunkelblaue. Ich finde, das geht auch für Geburtstagsbesuche, Kirchengemeinderatssitzungen etc.

Dazu ein paar schicke Schuhe.
Leider lebt Malwine auf großem Fuß. Dazu kann ich nicht viel sagen. Aber als Frau hat man mit Größe 43 sicherlich Probleme, gute, schicke, bequeme und dann auch noch bezahlbare Schuhe zu finden.
Achte beim Schuhkauf darauf, dass Du ein Paar- vorzugsweise schwarze Schuhe, passend zum Talar- findest, in denen du gut stehen kannst. Lauf und steh ruhig mal 20 Minuten im Schuhgeschäft Probe.
Auch da hat es sich für mich bewährt, eher auf Qualität als auf den Preis zu achten. Meine „Talarschuhe“ sind mit die bequemsten Schuhe, die ich habe. Und das ist wichtig, weil ich sie oft trage- nicht nur zum Gottesdienst.

Damit wären die wichtigsten Basics schon einmal besprochen.
Beim Talarkauf empfehle ich Maßanfertigung. Auch das ist eine Investition in die Zukunft, die sich bezahlt macht. Sparen wäre völlig fehl am Platz. Überlege Dir, was Du willst im Blick auf Sonderausstattung und wenn Du die Möglichkeit hast, trage mal verschiedene Stoffvarianten Probe. Oft kommen die Talarschneider ja ohnehin zu Beginn des Vikariates in die Kurse und das Maßnehmen und die Anprobe werden zu einem richtigen Event, das zudem noch Spaß machen kann.
In meinem Fall hat die Schwalbenmama die Finanzierung als verspätetes Examensgeschenk übernommen. Was mich sehr gefreut hat.

Jetzt noch das Problem mit der Kanzel und der nicht vorhandenen Höhe des Lesepultes auf derselben.
Auch ich hatte das in einer meiner beiden Kirchen.
Die ersten Predigten hielt ich in leicht gebückter Haltung. Dabei fühlte ich mich nicht wohl und wurde durch die rhetorisch ungünstige Haltung vom Wesentlichen abgelenkt. Und die Gemeinde wahrscheinlich auch.

Doch ich habe das Glück, einen Orgelbauer in der Gemeinde zu haben.
Dem klagte ich mein Leid. Und er half mir ganz praktisch.
Unsere Kanzel ist aus Holz. Er nahm einfach den Aufsatz des Lesepultes ab und setzte einfach- nicht verleimt- ein ca. 10 cm hohes Holzstück ein- dann kam der Aufsatz wieder drauf und man sieht fast nichts.
Für mich ist das ein Geschenk des Himmels.

Ich wünsche Dir, dass Du auch so jemanden findest, der Dir da mit einer kreativen Lösung hilft.
Sprechenden Menschen kann ja bekanntlich geholfen werden.