Diese Erfahrung habe ich gestern in zwei ganz unterschiedlichen Lebensbereichen machen dürfen.
Und das, wo Geduld garantiert nicht meine oberste Tugend ist.
Montags ist ja immer Pferdetag.
Meine Reitlehrerin krächzte mir schon am Stall entgegen, dass sie krank sei und nicht unterrichten könne. Ich solle einfach selber gemütlich reiten, zumal Pferdi am Samstag und Sonntag mit einer anderen Reitbeteiligung auf Turnier war. (einmal Dritte und einmal gewonnen!).
So ritt ich also so vor mich hin- ich hatte die meiste Zeit die Halle alleine.
Ich weiß ja, worauf ich achten muss. Hände ruhig, Beine ruhig, äußere Zügel ran und Körperspannung. Kling einfach, ist es aber nicht. Wer reitet weiß das.
Und siehe da- auf einmal klappten die Dinge, mit denen ich in den letzten Wochen so gekämpft habe. Sauberes Galoppieren und Abwenden auf den Zirkel. (Das Problem ist nicht das Pferd, sondern sitzt im Sattel!)
Heute klappte es wiederholt.
Überhaupt geht die Galopparbeit immer besser. Das, woran ich vor einem Jahr noch richtig zu kämpfen hatte, geht so langsam. Immer ruhigeres, gleichmäßigeres Galoppieren, ohne gleich nach einer Zirkelrunde vor lauter Vorwärtstreiben außer Puste zu kommen (ich- nicht das Pferd!) Kontrolliert und vor allem richtig sitzen. Langes Bein, mitschwingen und dem Pferd genügend Zügel geben, ohne die Verbindung aufzugeben.
Wow- Geduld zahlt sich aus. Und auch die Hartnäckigkeit, dranzubleiben. Immer wieder zu üben, in vielen kleinen Schritten.
Und ich habe gelernt, dass das gleiche auch für das Gebet gilt.
Seit Monaten liege ich der himmlischen Chefetage in den Ohren mit einem ziemlich ungewöhnlichen (weil viele Leute eingebunden sind) Anliegen.
Seit Wochen keine Rückmeldung von einer der wichtigsten beteiligten Personen. Hat sie meine Email überhaupt bekommen? Woran hängt es. Keine Antwort ist immer doof. Sogar eine negative hilft beim Planen.
Heute war Deadline. Denn ich muss ja wissen, ob es weitere Schritte in diese Richtung gibt und wenn ja, wie diese aussehen.
Wenn ich ehrlich bin, war ich in den letzten Tagen hin und hergerissen zwischen Aufgeben und irgendwie doch noch hoffen.
Gestern morgen aber- kurz vor knapp- kam dann doch die entscheidende, positive Email jener eben erwähnten Person.
Jetzt kann die Sache konkret angegangen und geplant werden.
Ich merke- im Gebet ist es wie beim Reiten: Dranbleiben. Hartnäckig sein. Und geduldig.
Immer wider „üben“. Wenn es einmal nicht klappt, dann nicht aufgeben, sondern weitermachen.
Geduld und Hartnäckigkeit zahlen sich aus.
Aufm Pferd und im Gebet.