Als Pfarrerin habe ich ja das große Privileg, Menschen in ganz besonderen, auch oft sehr intimen und privaten Lebenssituationen zu begleiten.
Oft werde ich gefragt, was ich denn am liebsten mache.
Ich gebe zu, ich begleite ganz gerne Trauernde und empfinde es als wohltuend, dass Menschen in dieser Situation so echt sind. Da sind dann ganz gute und authentische Begegnungen möglich. Das hilft dann auch, persönliche und auf die Menschen abgestimmte Gottesdienste zu gestalten. Ja, ich mache gerne Beerdigungen, auch wenn sie naturgemäß meist ungelegen kommen.

Oft überrascht das meine Mitmenschen. Viele meinen, wenn sie am offenen Grab stünden,würden sie wahrscheinlich Schlagseite bekommen und auch gleich mitheulen.
Bisher ist mir das noch nicht passiert, aber die richtig „schwierigen“ Beerdigungen hatte ich auch noch nicht.

Was mich aber immer wieder zutiefst rührt sind Goldene oder gar Diamantene Hochzeiten und die Lebensgeschichten dieser Menschen.

Lina und Herbert zum Beispiel.
Heute haben wir ihre Diamantene Hochzeit mit einem Gottesdienst gefeiert. Die beiden sind ein nicht wegzudenkender Teil unserer Gemeinde und es vergeht fast kein Sonntag, an dem die beiden nicht auf ihren Stammplätzen im Gottesdienst sitzen.

Die beiden sind tiefgläubige, bescheidene und einfache Menschen, die in ihrem Leben hart gearbeitet haben. Selten sind sie aus unserem Dorf herausgekommen, in dem Herbert geboren und aufgewachsen ist und in dem auch Lina seit 1944 eine Heimat hat. Sie wollen auch gar nicht weg. Sie sitzen am liebsten auf der Bank vor ihrem Haus und reden miteinander.
Sie sind immer zu zweit unterwegs und halten Händchen. Das war schon immer so, sagen die Leute. Und jetzt, wo sie alt geworden sind, halten sie nicht nur Händchen, sondern auch einander, wenn es nicht mehr so gut geht.
Zuerst wollten sie gar keinen extra Gottesdienst- bloß nicht im Mittelpunkt stehen, nur keine Umstände machen. So sind Lina und Herbert. Aber das ließen die Kinder und Enkel nicht durchgehen. Also feierten wir die 60 gemeinsamen Ehejahre der beiden. Natürlich waren viele Menschen gekommen, nicht nur aus der Familie, sondern auch aus dem Dorf. So ist das noch auf dem Land.

Die beiden saßen auch heute händchenhaltend im Gottesdienst. Nicht nur bei Lina und Herbert liefen die Freudentränen, auch bei vielen Menschen aus der Gemeinde war diese Rührung zu spüren.

Das sind die Momente, in denen ich auch echt nah am Wasser gebaut bin. Ich war froh, dass ich den Gottesdienst und vor allem den Segenszuspruch für das Brautpaar gut hinbekommen habe.
Wie gut, dass ich durch meine Erkältung sowieso kräftig am Schniefen war. ;-)

They’re Back! Church Bulletins: Thank God for church ladies with typewriters — misspellings, bad sentence construction or choice of words all make for fun reading. These sentences actually appeared in church bulletins or were announced in church services (and if not they were made up very well):

Enjoy!!! ;-)

The Fasting & Prayer Conference includes meals.

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The sermon this morning: ‘Jesus Walks on the Water.’ The sermon tonight: ‘Searching for Jesus.’

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Ladies, don’t forget the rummage sale. It’s a chance to get rid of those things not worth keeping around the house. Bring your husbands.

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The peacemaking meeting scheduled for today has been canceled due to a conflict.

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Don’t let worry kill you off – let the Church help.

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Miss Charlene Mason sang ‘I will not pass this way again,’ giving obvious pleasure to the congregation.

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For those of you who have children and don’t know it, we have a nursery downstairs.

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The Rector will preach his farewell message after which the choir will sing: ‘Break Forth Into Joy.’

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Irving Benson and Jessie Carter were married on October 24 in the church. So ends a friendship that began in their school days.

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At the evening service tonight, the sermon topic will be ‘What Is Hell?’ Come early and listen to our choir practice.

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Please place your donation in the envelope along with the deceased person you want remembered.

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The church will host an evening of fine dining, super entertainment and gracious hostility.

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Potluck supper Sunday at 5:00 PM – prayer and medication to follow.

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The ladies of the Church have cast off clothing of every kind. They may be seen in the basement on Friday afternoon.

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This evening at 7 PM there will be hymn singing in the park across from the Church. Bring a blanket and come prepared to sin.

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Ladies Bible Study will be held Thursday morning at 10 AM. All ladies are invited to lunch in the Fellowship Hall after the B. S. is done.

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The pastor would appreciate it if the ladies of the congregation would lend him their electric girdles for the pancake breakfast next Sunday.

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Low Self Esteem Support Group will meet Thursday at 7 PM. Please use the back door.

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The eighth-graders will be presenting Shakespeare’s Hamlet in the Church basement Friday at 7 PM. The congregation is invited to attend this tragedy.

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Weight Watchers will meet at 7 PM at the First Presbyterian Church. Please use large double door at the side entrance.

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The Associate Minister unveiled the church’s new tithing campaign slogan last Sunday: ‘I Upped My Pledge – Up Yours!

Ich krächze immer noch, oder besser gesagt, wieder wie ein Rabe, denn gestern ging wirklich gar nichts mehr.
Von einem fröhlichen Schwalbengezwitscher bin ich noch weit entfernt.
Gestern hat mir aber die Ärztin absolutes Sprechverbot erteilt, weil ich wohl eine Stimmbandentzündung habe.

Nun hatte ich vor Ostern ja alle möglichen Termine in diese Woche gelegt, die durch die Schulferien etwas ruhiger ist.
Nun muss ich alle diese Termine der Reihe nach absagen.
Meist geht das ja per Email, weil reden geht ja nicht.

Allerdings musste ich den vereinbarten Besuch bei einer über 90 jährigen Dame doch telefonisch absagen. Denn email hat die Gute nicht (ist aber sonst echt fit und auf der Höhe).
Also rief ich an und krächzte Ihr meine Absage entgegen.
Nach ungefähr 5 Nachfragen, wer den am anderen Ende der Leitung sei, hat sie auch verstanden, wer anruft.
Sie konnte schlichtweg meine Stimme und meinen Namen nicht zuordnen. Kunststück.
Sie hat aber völliges Einsehen mit mir gehabt und war bereit unseren Termin zu verschieben.

Vorher klingelte es an der Türe- besagte Dame stand mit zwei Stück Kuchen und Salbeibonbons in der Hand da.
Ich finde es rührend- jetzt hat die alte Dame mit über 90 Jahren sich für mich auf den Weg gemacht und will mir was gutes tun.

Ganz ehrlich, ich habe mir nie vorstellen können, dass einer Landpfarrerin so etwas passiert. Letzte Woche bekam ich, einfach so, einen riesigen Schokoladenosterhasen geschenkt.
Oder ein kleines Osternestchen von meiner Mesnerin.

Ist das noch ein Überbleibsel aus Zeiten, in denen die Pfarrer (Pfarrerinnen gabs zu dieser Zeit ja noch nicht) mit Naturalien bezahlt wurden?
Oder doch ein Liebesbeweis?
Etwa Bestechung, dass ich länger auf dieser Stelle bleibe?
Passiert das in der Stadt auch?

Wie auch immer- mich freuts. Auch wenn man als Pfarrerin sogar öffentlich krank ist.

Wir haben ein großes Jubiläum in unserer Gemeinde dieses Wochenende.

Viele Menschen sind beteiligt.
Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen und die Erwartungen und Befürchtungen, was alles passieren könnte, steigen.

Heute haben mich aber zwei Menschen unabhängig von einander angesprochen.
Beide hatten den Eindruck, dass sie und ihre Fähigkeiten nicht genügend gewürdigt würden. Sie hätten sich gerne stärker eingebracht. Allerdings haben sie diesen Wunsch nicht geäußert, bzw mich darauf angesprochen.
Ein Gemeindemitglied meinte, er habe sich nicht getraut mich anzusprechen. Dabei ist er nicht von der schüchternen Sorte, bringt gute Gedanken und ist eine Führungskraft im Ruhestand.
Ich habe lange mit ihm telefoniert und wir konnten manches klären und auch einige Missverständnisse ausräumen.

Mir wird anhand solcher Erfahrungen immer wieder bewusst, wie viele Menschen erwarten, dass ich ihre Bedürfnisse und Erwartungen an der Nasenspitze ablese.
Das kann ich aber nicht.
Im Pfarramt laufen viele Dinge parallel, oft muss ich einfach „Feuerwehr“ spielen und schauen, dass ich auf unerwartete Ereignisse schnell reagiere.

Da hilft es mir dann auch nicht, wenn ein Mitarbeiter vor zwei Jahren sagte, man müsse „mal irgendwann“ miteinander über das Jubiläum reden. „Mal irgendwann“ ist zu unkonkret und läuft Gefahr, in Vergessenheit geraten zu werden.

Ihr Lieben da draußen: Bitte habt keine Scheu, Eure Pfarrerinnen und Pfarrer anzusprechen, wenn Ihr Euch einbringen möchtet. Ich (und hoffentlich auch meine Kolleginnen und Kollegen) bin dankbar für Eure Bereitschaft und Fähigkeiten.
Es ist kein böser Wille, wenn da etwas in Vergessenheit gerät. Es sind oft einfach die äußeren Umstände, die dafür sorgen.
Schweigen hilft niemanden und kränken möchte ich auch niemanden.

Also, eher Ihr Euch in eine Schmollecke zurückzieht, redet mit mir.
Dafür sind wir Pfarrerinnen und Pfarrer da.

Hier möchte ich auch Leserin Sunny ermutigen, die ganz konkret fragt:

Darf man das? Eine Pfarrerin einfach so zu einem Gespräch bitten? Offensichtlich…
Aber ich habe da Hemmungen, weil ich keine der beiden PfarrerInnen in unserer Gemeinde kenne. Ich wohne seit etwa einem Jahr in einer neuen Stadt, früher kannte ich die Gemeinde besser als der/die jeweilige PfarrerIn. Ich bin da aufgewachsen, mitgewachsen.
Und hier ist alles so fremd. Ich gehe öfters mal zum Gottesdienst und fühle mich doch noch sehr fremd. meinem Kind geht es ebenso. Als Neue fühle ich mich noch nicht so gut aufgenommen.
Und doch traue ich mich nicht, einfach mal ungezwungen ein Gespräch zu erbitten, zum Kennenlernen, zum Vorstellen. Früher habe ich aktiv in der Gemeinde mitgearbeitet, Gruppen geleitet, KiGo gemacht, musikalisch etwas beigetragen. Hier mache ich gar nichts. Das fehlt mir. Aber ich will mich halt auch nicht aufdrängen…

Ja, man darf! Nur zu!