Manchmal bringt die Tagesschau auch erfreuliche Nachrichten.
Diese zum Beispiel.

Erstmals nach 70 Jahren wurden in Deutschland wieder zwei orthodoxe Rabbiner in München ordiniert.
Vor einigen Jahren wurden schon liberale Rabbiner ordiniert.

Gottes Segen Euch beiden!

Allen jüdischen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenfest!

Ich habe mir allerdings erlaubt, die Nacht nicht mit Thoralernen, sondern mit Schlafen zu verbringen.
Wobei ich generell die Tradition des „eine-Nacht-Thoradurchlernen“ sehr schön und reizvoll finde.

Ich wäre jetzt ja zu gerne, wie geplant, in Jerusalem, aber leider hat es nicht geklappt. :-(

There will be three stars on the sky in a couple of minutes which means Erev Pessach is about to start.

To all my jewish readers a very happy and blessed Passover!

To all my christian readers blessed holy days which will lay ahead of us.

Die klassische Gretchenfrage „Wie hältst Du´s mit der Religion?“ hat angesichts des religiösen Pluralismus in unserer Gesellschaft weitgehend ausgedient. Ob das gut ist, darüber mag man sich zurecht streiten. Ich will hier nicht näher drauf eingehen.
Abgelöst wurde die klassische Gretchenfrage durch die neue Frage: „Was ist denn deine Religion?“.

Religiöse Sprachkompetenz sowie Wissen um die eigenen Wurzeln und Rituale sind in einer multireligiösen Welt unabdingbar. Denn nur wer das Eigene kennt und versteht, kann dem „fremden“ angemessen begegnen und respektvoll damit umgehen.

Dieser EKD-Berichtüber eine Studie der Humboldt-Universität bestätigt den Beitrag des Religionsunterrichts zur förderung interreligiöser Kompetenz.

Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass ich alleine deshalb Religionsunterricht an Schulen für unabdingbar notwendig halte und mir wünsche, es gäbe ihn auch für Angehörige anderer Religionen. Wohl wissend, dass es in der praktischen Umsetzung einige Schwierigkeiten gibt. Aber wünschen darf man ja.

Chag Chanukkah sameach!!!

Unseren jüdischen Geschwistern ein frohes Chanukkahfest!

„Ein großes Wunder geschah dort“

Hier mal wieder ein zufälliger Internetfund, der mich sehr anspricht.

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Quelle: Wikimedia

Die Berlinerin Regina Jonas war weltweit die erste Frau, die im Jahr 1935 zur Rabbinerin ordiniert wurde.
1944 wurde sie von den Nazis ermordet.

Eine faszinierende Frau, ich habe mal eine Biographie über sie gelesen.
Sie darf nicht vergessen werden.

Ich habe den Eindruck, über diesem Tag liegt immer eine ganz besondere Spannung.

Ich erinnere mich noch gut an jene Ereignisse vor 19 Jahren. Auch wenn ich am 9. November selbst auf Orchesterfreizeit mit dem Schulorchester war und die eigentliche Maueröffnung daher nicht mitbekommen habe (ja, auch daran erinnere ich mich noch), erinnere ich mich noch gut, wie meine Eltern und andere Menschen in meinem Umfeld an den Tagen rund um den 9. November gespannt vor dem Fernseher sitzend die Ereignisse verfolgten.
Aufgrund ihrer Spannung und den zahlreichen Medienberichten schon im Vorfeld des 9. 11. 1989 war mir damals, im Alter von 13 Jahren bewusst, dass da etwas ganz einmaliges passiert, dass Geschichte geschrieben wird.

Sondersendungen im Fernsehen, im Unterricht wurde darüber gesprochen- man konnte den Ereignissen nicht entkommen.

Erst später habe ich begriffen, dass das, was vor 19 Jahren geschehen ist, nicht ohne das couragierte Auftreten vieler Menschen geschehen ist. Nicht ohne die montäglichen Friedensgebete an der Nicolaikirche in Leipzig und anderswo. Nicht ohne die Menschenmassen, die friedlich aber unnachgiebig auf die Straße gingen und „Wir sind das Volk!“ riefen.
Nicht ohne Menschen, die dem Unrechtsregime der DDR mutig entgegen traten.
Mit Erfolg.

Und dann ist da noch jener andere 9. November vor 70 Jahren, dem wir eben in einer Feierstunde gedachten.
Die brennenden Synagogen und Thorarollen, die Verschleppung und Verhaftung von unschuldigen Menschen. Die Enteignung von Besitz, um die von langer Hand geplanten Gräuel des Krieges zu finanzieren.
Und die Menschen, auch Christen, die größtenteils weggeschaut haben. Die nicht aufgestanden sind und sich zur Verbundenheit mit den jüdischen Mitmenschen in Deutschland bekannt haben.
Die nicht auf die Erwählung Israels hingewiesen haben, sondern jahrhunderte alte antijüdische Vorurteile und Hetztiraden gegen Juden unhinterfragt übernommen haben.

Was wäre geschehen, wenn die Menschen vor 70 Jahren schon so eine Zivilcourage gehabt hätten, wie die Menschen damals vor 19 Jahren? Was wäre gewesen wenn…

Was wäre gewesen wenn ich damals vor 70 Jahren dabeigewsen wäre.

Es wäre vermessen zu sagen, wie ich reagiert hätte. Wäre ich mutig genug gewesen?
Ich weiß es nicht.

Aber ich möchte lernen aus dem 9. November.
Mich dafür einsetzen, dass es mehr Zivilcourage gibt, so wie 1989.
Damit keine Menschen mehr wie 1938 aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung oder anderen Gründen verfolgt und unterdrückt werden.
Damit keine Kirchen, Synagogen, Moscheen oder andere Häuser des Gebets und des Gottesdienstes mehr brennen.
Damit Menschen friedlich und in Vielfalt miteinander leben.

Der 9. November- ein Gedenktag für die Zukunft.

Hier habe ich einen Link auf ein Internetspiel zu den drei Abrahamitischen Religionen gefunden.

Etwas großspurig wird angekündigt, es sei sein Spiel zu den Weltreligionen, de facto werden aber nur Judentum, Christentum und Islam behandelt.

Als Spielerin oder Spieler ist man in einer Stadt unterwegs, kann verschiedene Gotteshäuser besuchen oder auch Familien, die jeweils einer der vorgestellten Religionen angehören.
Beim Anklicken verschiedener Gegenstände oder Personen öffnen sich (bei mir nach leider recht langer Ladezeit) verschiedene Fenster, die weitere Infos über die vorgestellte Religon liefern.

Eine Bibliothek ermöglicht vertiefte Recherche und ein Quiz gibt die Chance, das erworbene Wissen zu überprüfen.

Leider sind die gebotenen Informationen relativ knapp gehalten. Die Seite ist zwar etwas schlicht, jedoch gut und übersichtlich gestaltet. Ich kann mir vorstellen, dass auch Kinder sich damit recht gut zurechtfinden könnten.
Ein großes Plus ist der kostenlose Zugang, der einen relativ einfachen und spontanen Einsatz im Religionsunterricht (am ehesten ab Kl. 4 aufwärts) ermöglicht.
Ich werde es bei Gelegenheit jedenfalls einmal ausprobieren und bin gespannt, wie meine Schülerinnen und Schüler darauf reagieren.

Whilst surfing the internet I found an interesting survey of various world-religions and christian denominations ranked by size.

As you know out there, I keep following whats going on on this year´s Lambeth Conference.

I came along this wonderful article by the Episcopal Church on interreligious dialogue. I put it here in full length as I think it hits the nail on the head:

Lambeth Conference: Interfaith collaboration a ‘dialogue of life’
Rabbi speaks about ‘covenant’
By Pat McCaughan, July 28, 2008

[Episcopal News Service, Canterbury] In Eastern Zambia, Muslim and Christian faith communities together have created an advocacy program for those living with HIV/AIDS.

Their collaboration has meant a dramatic improvement in the subsequent quality of life and is one of „the fruits of interfaith dialogue,“ said Bishop Tom Butler of the South London-based Diocese of Southwark. „It has enabled people suffering from the disease to openly go and get the help that they need,“ added Butler, who told media on July 28 that he’d learned of the ministry in his morning discussion group.

Anglican bishops attending the 2008 Lambeth Conference addressed issues of interfaith dialogue. The day’s theme was: „Engaging with a multi-faith world: the bishop, other religions and Christian witness.“

The Rt. Rev. Alexander Malik of Lahore, Pakistan, told the gathering that similar interfaith efforts in his own country, involving education and healthcare initiatives and programs to aid the poor have helped transform society. Malik is moderator of the Church of Pakistan, a united church that is part of the Anglican Communion and a member church of the World Methodist Council.

„Dialogue for us is a daily business,“ Malik told reporters. „It is a dialogue of life. We run into each other in our offices, while traveling on buses or … trains and ask each other questions about faith.“

‘Generous love’ document aids discussions
Bishops consulted resource documents to facilitate their discussions, including: „Generous Love: the truth of the Gospel and the call to dialogue,“ which was distributed in February 2008 through the Network of Inter Faith Concerns (NIFCON) across the Anglican Communion.

It drew from Roman Catholic Church and World Council of Churches efforts and represented four years of conversations discerning a distinctively Anglican theology, according to the Rev. Canon Guy Wilkinson, the Archbishop of Canterbury’s secretary for interfaith relations.

It reflects on questions such as: „If we proclaim and serve a generous God can we be any less generous in our dealings with our neighbors of other faiths? How does our understanding of the Trinitarian nature of God, a core Christian belief, inform the content and method of our thinking about interfaith relations? How do we affirm the importance of dialogue without compromising our allegiance to the one Lord and Savior?“

Generous Love „is a particularly Anglican way of doing things. Our way is being there, being a presence in every community, of whatever sort … for the long-term but also there to work with others for the common good,“ Butler told reporters.

The interfaith presence at the July 24 walk of witness in London illustrated that generous love. „All the major faiths and denominations were on that platform. It’s a very good example of how interfaith work can work for the common good,“ he said.

The other document, „A Common Word Between Us and You,“ was a response from Archbishop of Canterbury Rowan Williams to a letter sent by 138 Muslim scholars and religious leaders to the heads of Christian churches in October 2007, Butler said.

Williams’ response welcomed the letter as a way to explore commonalities and differences among the faiths. „This time in history is a time to sit down together and wrestle with all the facts in a way without any of us losing our integrity. Hopefully there will be a follow up,“ Butler added.

Cultivating interfaith relationships is essential because „we’re very much living cheek to jowl in a multicultural, multi-faith world,“ he added. „Because we know one another rather well as faith leaders, we can play our part in being the glue which holds society together for the common good.“

People of many faiths, for example, have been working to alleviate tensions after the September 11 attacks on the World Trade Center in New York, and the subsequent Iraqi war.

The theme was continued at an evening plenary session featuring Rabbi Sir Jonathan Sacks, chief rabbi of the United Hebrew Congregations of the Commonwealth. He spoke of two kinds of covenant — a „covenant of fate,“ that binds humans through shared suffering, and a „covenant of faith,“ made by people who share dreams, aspirations and ideals.

He held out hope that „Jews and Christians, who have worked so hard and so effectively at reconciliation, must show the world another way: honoring humanity as God’s image, protecting the environment as God’s work, respecting diversity as God’s will and keeping the covenant as God’s world.“

After a standing ovation, Sacks took questions and said that the Anglican Communion has held together different stands of practice and theology „more graciously and successfully than any other religion.“ In terms of the current difficulties over theology and sexuality, he noted that the idea of a covenant stems from differences. „If we were completely different, we couldn’t communicate; if we were completely the same, we’d have nothing to say,“ he said.

Amen!