Also- ich komme gerade von der Feier zurück.
Es war eine wirklich schöne Feier. Normalerweise gehe ich ja meist nicht zu den Feiern mit, weil ich da meist völlig fehl am Platz bin. Aber das Paar heute bestand darauf. Beide kenne ich auch schon etwas besser, da sie regelmäßig in den Gottesdienst gehen. Und ich verstehe mich mit beiden wirklich gut.
Außerdem sagte man mir, dass ich nicht ganz unschuldig sei, dass die beiden nach über 10 Jahren Beziehung jetzt endlich noch den Hafen der Ehe anlaufen.
Bei einem Spiel war mein „Gewinn“, dass ich die beiden zu einem WEihnachtsmarktbummel im Dezember einladen soll. Das mache ich wirklich gerne- ich freu mich schon drauf.

Der Gottesdienst lief auch gut- bis auf die Tatsache, dass ich zwei Seiten überblättert habe und die gesamten drei Schriftlesungen vergaß. *andieStirnpatsch*
Fiel aber niemandem auf. :D

Das Wetter war sonnig, warm, aber nicht heiß.
So entschied ich mich für meinen neuen, schwarzen Hosenanzug mit einer leicht rosa-braun-weiß gestreiften Bluse aus London. Hat gepasst.
Dazu eine schicke Hochsteckfrisur.

I came across this article in NZ-Newspaper „The Press“

Till bust up do us part
By REBECCA TODD – The Press

Kiwi couples are ditching promises of „till death do us part“ and choosing what they consider realistic vows for their big days, celebrants say.

Many New Zealanders are moving away from traditional marriage vows, with phrases like „till death do us part“ and „honour and obey“ increasingly deleted from their wedding days.

A Christchurch marriage celebrant of 25 years, Anne Stubbersfield, said people were more realistic now about their chances of staying together.

Most still believed their marriage would be forever, but some vowed to be together just as long as their „love endures“.

Kiwis still hoped for a lifetime together, unlike an Australian couple who reportedly vowed a „three to five-year agreement plus options“ or another pair who pledged if their „love should falter or fail, I will respect you for the period that you were in my life“.

„[New Zealand couples] are going into it with values, maybe not the old religious values, but a far more realistic idea,“ Stubbersfield said.

Many couples spoke of choosing each other as their „life partner“ and of marrying their „best friend“.

Marriage celebrant Julie Lassen said fewer people were choosing to utter the words „till death do us part“ on their wedding days.

„They still see it as a lifetime commitment. I think it’s in terms of positive words, they don’t want to get that terminology in.“

She said more couples were adding something humorous into their vows like promising to put out the rubbish, tidy the lounge or not eat chocolate.

People also often left out any mention of religion, she said.

Anglican Reverend Paul Stanaway said couples he married still used the traditional vows including „till death do us part“, but were uneasy about the word „obey“.

„I think it’s a very positive statement, not talking about death, but that the only thing that should part us is death,“ he said.

It´s no surprise that many people have their difficulties with old- or let´s rather say- traditional wedding vows.
I realize that many people do not understand anymore what the idea behind is.

„Till death do part us“ means that the couple is willing to go through rough water at some stages in their lives together. It doesn´t mean to split off if there is a conflict. It doesn´t mean to split off if someone younger or more attractive comes across.
It does mean to make commitment to each other. To show at least the willingness to work hard on a relationship (I know there are always cases and reasons for a divorce rather than staying together).
But you should be at least willing to work hard on it. A life-time.

Ich hatte heute eine interessante Diskussion über die Frage, ob Taufpatinnen und Taufpaten zwingend Kirchenmitglieder sein müssen.

Ja- müssen sie. So sagt es die Taufordnung meiner Landeskirche. Sie müssen Mitglied einer ACK-Kirche sein. Ohne Ausnahme. Für andere Kolleginnen und Kollegen lege ich nicht die Hand ins Feuer, aber bei mir gibts keine Ausnahme. Ein Kirchenaustritt hat nun auch seine Konsequenzen und Nachteile. Da bin ich streng.

Ich habe mich nämlich mit einer Tauffamilie in spe (genaugenommen, mit Kind- naja, die kann noch nicht reden, Mama und Oma) unterhalten. Bei der jetzt anstehenden Taufe des Kindes ergibt sich nämlich folgendes Problem: Beide potentielle Paten sind aus der Kirche ausgetreten.

Dany mischte sich dann in das Gespräch ein ( es fand auf dem Parkplatz vor dem Stall statt- aber das tut eigentlich nichts zur Sache). Sie meinte: „Na- dann sollen die halt in die Kirche eintreten, Pate/Patin werden und dann wieder austreten. So hab ich das gemacht bzw. werde bald wieder austreten.

Ich habe Dany dann ziemlich deutlich gesagt, dass ich so ein Verhalten weder gut finde, noch verstehen kann.
Und wir haben uns dann über Sinn und Unsinn des Patenamtes unterhalten.

Dany wollte damals unbedingt Patin werden, weil sie meint, das Kind könne niemand besseren als Patin bekommen.
Und auch die Patin in spe (ist gleichzeitig die Tante) meines Täuflings in spe, möchte auch unbedingt Patin werden.

Warum nur, frage ich mich?

Als Pate/Patin verspreche ich ja, das Kind im christlichen Glauben mitzuerziehn, dass es eines Tages selbst ja zu Taufe und zu seiner Kirchengehörigkeit sagen kann. Das geschieht ja normalerweise bei der Konfirmation oder Firmung.
Aber wenn ich aus der Kirche ausgetreten bin, kann ich ja schlecht aufrichtig versprechen, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen.
Ich meine, wenn ich mich selbst nicht mit der Kirche und den Glaubensinhalten identifiziere, kann ich doch kaum ein ehrliches Interesse haben, das Kind dahingehend zu begleiten, dass es eines Tages ein mündiges Kirchenmitglied wird. Das ist doch irgendwie nicht ehrlich, oder?

Ich könnte das nicht.

Leider ist unser Gespräch dann ins Alltagsgeplänkel abgedriftet. Aber ich habe noch länger darüber nachgedacht.

Warum wollen Menschen, die mit Kirche und Glauben partout nichts am Hut haben und sich sogar bewusst durch einen Austritt distanziert haben, auf jeden Fall Patin oder Pate werden?

Was verstehen sie unterm Patenamt?
- dem Kind schöne Geschenke machen?
- mit dem Kind tolle Sachen unternehmen?
- für das Kind da sein, wenn es Probleme hat?
- evtl. für das Kind sorgen, wenn die Eltern es nicht (mehr) können?

Klar, das sind alles schöne und wichtige Sachen.
Gerade beim letzten Punkt denken Eltern aber oft fälschlicherweise, dass das Kind bei den Patinnen und Paten aufwächst, wenn ihnen etwas passieren sollte.
Das ist so aber leider nicht richtig. Aus dem Patenamt ergeben sich keine Sorgerechtsansprüche.
So etwas muss, wenn es wasserdicht sein soll, testamentarisch festgehalten werden.

Doch alles das, ist nicht das, was sich hinter dem Patenamt verbirgt.

Patin/Pate zu sein heißt:
- das Kind im christlichen Glauben zu erziehen.
- ihm Geschichten aus der (Kinder-)Bibel erzählen oder vorlesen.
- mit dem Kind zu beten
- für das Kind zu beten
- mit dem Kind in der (Kinder-; Familien-)Gottesdienst gehen.
- dem Kind vom eigenen Glauben (und der Ehrlichkeit halber auch von den eigenen Zweifeln) erzählen.
- usw.
Das heißt es Pate oder Patin zu sein.

Und wer das nicht kann oder möchte, sollte der Ehrlichkeit halber lieber aufs Patenamt verzichten.
Ist es nicht schön „einfach so“ Tante oder Onkel oder mütterliche Freundin/väterlicher Freund für ein Kind zu sein?

Ach ja- ich wäre gerne Taufpatin- aber da ist weit und breit kein Patenkind in Sicht :-(

Vor kurzem war ich bei einem Kollegen im Gottesdienst.
Es hat gut getan, nicht selbst den Gottesdienst „halten“ (im wörtlichen Sinn“) zu müssen, sondern einfach da sein zu dürfen, wie ich war. Und das war müde, abgespannt, mit dem Wunsch nach Zuspruch.

Soweit so gut.

Ich schätze ihn als Prediger und auch die Musik bei ihm im Gottesdienst ist immer sehr gut.
Bei der Abendmahlsliturgie sind mir allerdings so „Kleinigkeiten“ aufgefallen, die mich gestört haben.

Die Einsetzungworte hat er abgelesen, dabei die Nase immer ordentlich im Manuskript gehabt.
Auch waren die Elemente noch abgedeckt auf dem Altar und wurden, aus oben genanntem Grund, nicht gezeigt.
Ich möchte die Elemente sehen- Brot und Wein- wissen, was sie sind. Wer das ist.

Ich möchte keine lieblose Liturgie- auch wenn ich wusste, dass es meinem Kollegen aufgrund eines Zahnarztbesuches und nicht vertragener Betäubung an jenem Tag nicht gut ging.

Für mich ist das Abendmahl so wichtig- die Zuwendung der Liebe Gottes. Da möchte ich keine runtergelesenen Einsetzungsworte. Da möchte ich auch keine lahmen Lieder. Da ist mir eine feierliche, liturgische Präsenz wichtig. Die Liebe zum Detail. Die richtige und stimmige Inszenierung des Gottesdienstes.

Damit Kirche fröhlich wird. Denn wir haben allen Grund zum fröhlich sein.

So, jetzt ist also der Gottesdienst vorbei, von dem ich hier schon geschrieben habe.
Der Gottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Thema Taufe, in dem auch zwei noch nicht getaufte Konfis getauft wurden.

Nach einer ausführlichen Sprechprobe am vergangenen Mittwoch waren heute alle pünktlich um halb zehn in der Kirche. Und obwohl der Posaunenchor sich schon eingespielt hat, haben wir noch einmal eine Sprechprobe gemacht. Alle haben gut und langsam gesprochen. Dafür, dass die meisten der Jugendlichen noch nie vor einer vollen Kirche standen, haben sie´s echt gut gemacht.

Nur die Taufen von zwei Konfis, die Bekanntgaben und den Segen habe ich gemacht. Alles andere haben die Konfis übernommen. Begrüßung, Liedauswahl, Gebete (ok, ich gebs zu, das Fürbittengebet habe ich formuliert, das Eingangsgebet stammte aber von einer Konfirmandin) und vor allem den inhaltlichen Teil.
Thema war „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“. Die Konfis haben dann in verschiedenen Statements erzählt, wo sie Gottes Spuren in ihrem Leben gespürt haben und wo sie sich die Nähe Gottes gewünscht hätten.
Als Bibeltext stand die Geschichte des Kämmerers in Äthiopien im Mittelpunkt. Die Konfis bezogen sich in weiteren STatements dann auf die Geschichte, auf den Zusammenhang mit dem Thema Taufe und dem Thema „Gottes Spuren in meinem Leben.“
Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht schön gewesen wäre, die Gemeinde noch mehr mit einzubeziehen. Vielleicht indem jedeR selbst auf einen „Fußabdruck“ aus Papier für sich fest hält, wo er/sie schon Gottes Spuren spürte und dies dann quasi als „Erinnerung“ mit nach Hause nimmt.
Mal schauen, vielleicht beim nächsten Mal…

Auch viele Konfi-Eltern waren da und meinten, es sei echt gut gewesen.
Ich bin überzeugt, da bleibt viel mehr hängen, als wenn sie den Katechismus auf und ab lernen müssen.
Aber keine Angst, klar haben sie den Taufbefehl aufgesagt. Nach langem Kämpfen und manchmal auch Drohen („wer´s bis Sonntag nicht kann, muss es alleine aufsagen“) haben sie es gut hingekriegt.
Ich kann nur alle ermutigen, die Konfis mal einen Gottesdienst ganz alleine gestalten zu lassen.

Momentan grassiert die Seuche.

Nicht nur ich bin vom Erkältungsvirus befallen.
Nein, momentan sind auffallend viele Beerdigungen. Gerade komme ich von der zweiten diese Woche zurück. Das ist für meine Gemeinde eher unüblich. Von September bis Mitte Dezember war gar nichts, seitdem aber mindestens 5 oder so.

Gerade jetzt im Winter ist das Wetter ja meistens nicht so dolle.

Oftmals findet der Gottesdienst in der Kirche statt, danach gehts dann auf den Friedhof zur Beisetzung.
Für mich stellt das kleidertechnisch eine gewisse Herausforderung dar.
Die Kirchen sind gut geheizt, dann beginnt man unter dem Talar zu schwitzen, weil man ja schließlich schon die warmen Sachen für den Friedhof angezogen hat.
Die Erkältung ist vorprogrammiert….

Nun habe ich eine Methode gefunden, die ganz gut funktioniert.

Das ist mein Bestattungsoutfit für nass-kalte Wintertage.

Skiunterwäsche.
Dazu Wollsocken.
Die Füße kommen in schwarze Stiefel aus Glattleder mit einer Profilsohle. Das Glattleder hat sich bewährt. Es sieht gut aus, lässt sich nach matschigen Beisetzungen leicht reinigen und ist relativ wasserabweisend. Der Hunni dafür hat sich mehr als bezahlt gemacht. Als Extraluxus habe ich noch eine Einlegesohle aus Schaffell. Damit kann selbst ich als bekennende Frostbeule ganz gut leben.

Die schwarze Hose dürfte selbstverständlich sein.

Als Oberteil trage ich einen schwarzen Rollkragenwollpulli.
Da ist es gut darauf zu achten, dass der Rollkragen nicht zu sehr aufträgt.
Für den Gottesdienst kann ich den Rollkragen weit herunterklappen und trotzdem locker den Talar drüber tragen. Je nach Kälte kann jetzt noch ein Jackett drübergetragen werden.

In meiner jetzigen Gemeinde ist es so, dass die beiden Friedhöfe jeweils ein bißchen von der Kirche weg sind. Sprich die Trauergesellschaft und Sarg müssen auf den Friedhof fahren.

Diese Zeit nutze ich für mich.
Wenn Ihr könnt, zieht für die Gottesdienste keinen Mantel unter den Talar.
Da ich ja als erste hinter dem Sarg die Kirche verlasse, habe ich locker Zeit, einen Abstecher in die Sakristei zu machen und schnell den Mantel unter den Talar anzuziehen. Das verhindert, dass ich schon nassgeschwitzt aus dem Gottesdienst komme.

Bei Feierhallen, aus denen unmittelbar ans Grab gegangen wird, gibt es oft am Rednerpult so Heizstrahler. Da bestehe ich immer drauf, dass diese aus sind. Sonst tritt wieder das Problem des Schwitzens und der Erkältung auf, wenn keine Umziehpause möglich ist.

In meiner Umziehpause kann ich dann auch schnell den Rollkragen meines Pullis nach oben klappen. Dieser wirkt dann wie ein Schal. Klar sieht man ihn dann oben am Talarkragen, aber das fällt eigentlich nicht wirklich auf. Ich hasse es nämlich, wenn ich am Hals friere.

Als ebenfalls hilfreich haben sich schwarze Pulswärmer erwiesen. Man kann sie ganz leicht aus Sockenwolle stricken (lassen), einfach so wie das Bündchen zwei rechts-zwei links für ca. 15 cm, und diese dann an den Handgelenken tragen. Handschuhe auf dem Friedhof geht für Pfarrers ja gar nicht. Meine Pulswärmer hingegen kann ich dann wenn ich z. B. mit meinem Teil fertig bin und die Angehörigen sich verabschieden ohne Probleme bis zu den Fingerspitzen nach vorne ziehen. So habe ich trotz allem einigermaßen warme Hände.

Das einzige Problem ist der Kopf.
Ich habe zwar lange Haare, die gerade bei Kälte durchaus wärmen. Bei Beerdigungen geht das gar nicht. Bei uns in der Gegend ist es windig- da wehen mir dann die Haare ins Gesicht, die Leute sehen mich nicht mehr und alles wirkt ungepflegt und buchstäblich vom Winde verweht.
Also: Haare zurück. Zopf, Knoten oder was auch immer.

Leider ist das eine recht kalte Angelegenheit. Meine männlichen Kollegen tragen bei sowas wohl Barett. Meine Sekretärin hat zwar mal welche bei uns im Pfarramt gefunden, aber ich konnte mich noch nicht überwinden, mal so ein Ding zu tragen. Außerdem sind die dermaßen versifft, dass sie gründlichst gereinigt werden müssten. Dabei schimpfe ich jedes Mal innerlich über meinen kalten Kopf. Vielleicht, eines Tages….