Und Kanzelschwalbe wollte mal wieder hoch hinaus ;-)

Konfirmandenfreizeiten sind manchmal eine echte Herausforderung für uns Pfarrerinnen und Pfarrer.
Ein Wochenende mit pubertierenden Jugendlichen unterwegs zu sein.
Die Brücke zwischen inhaltlicher Arbeit, gruppendynamischen Prozessen und Spaß-haben schlagen.
Je nach Gruppe sind die Nächte länger oder kürzer und der Spaßfaktor variiert auch.

Vor jeder Konfifreizeit stehe ich unter Druck. Klappt alles, habe ich an alles gedacht, habe ich alles Material eingepackt. Und ganz wichtig- werden auch alle wieder gesund und einigermaßen munter zurückkommen.

Ich komme von der diesjährigen Konfifreizeit zurück.
Und bin ganz glücklich. Von 12 Konfis konnten nur 10 mit, die anderen beiden mussten aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben.

Aber die 10 die dabei waren und die anderen beiden MitarbeiterInnen waren richtig cool.
Die Gruppe war extrem pflegeleicht. Anders als in den bisherigen Jahren musste ich in keiner der beiden Nächte mal den Rauch in die Zimmer lassen.
Um 0:00 Uhr war Nachtruhe und ab ca. 1 Uhr war es auch wirklich ruhig.
Die Gruppe hat mit angepackt beim Tischdienst und hat sich auf das Programm eingelassen.
Gestern Abend saßen alle (!!) um den großen Tisch und wir haben gemeinsam ein Gesellschaftsspiel gespielt.
(Die Werwölfe vom Dunkelwald- sehr nett. *habenwill* *aufWunschzettelsetz*)

Am meisten begeistert hat mich aber, wie sich die Jugendlichen auch auf das Thema (Gott erleben- Verzeihung erfahren) eingelassen haben. Wir haben keine klassische Unterrichtseinheit gemacht, sondern eher Angebotsstationen, an denen sie sich mit dem Thema auseinandersetzen konnten.
Beim Gottesdienst gestern abend war so eine schöne, ruhige Atmosphäre. Auch beim Abendmahl waren alle ganz ernst und trotzdem nicht gehemmt bei der Sache. Keiner hat gekichert und sie haben richtig gut mitgesungen.

Und einen persönlichen Erfolg habe ich auch zu vermelden:
Beim Klettern an der Kletterwand gestern, bin ich die 5-er route in 1,26 min schneller geklettert als der obercoole Konfirmand (1,33 min), der meint, er habe immer das letzte Wort.
Manchmal darf auch die Pfarrerin auf der Konfifreizeit ihren Spaß haben. ;-)

In den vergangenen drei Tagen war ich mit knapp 300 KonfirmandInnen und einem entsprechend großen Mitarbeitendenteam auf Konficamp.
Wir hatten jede Menge Spaß, gute Begegnungen und Zelte mit fließend Wasser.
Sprich- es war ziemlich nass auf dem ganzen Gelände.

Nach einem Regenguss standen einige Zelte unter Wasser und schnell verwandelte sich das Gras in eine große Matschfläche.
In vielen Zelten war es nicht mehr möglich zu schlafen, da sonst Isomatten und Schlafsäcke durchgeweicht wären.
Aber als spontanes und flexibles Leitungsteam wurde schnell ein Notplan gemacht und ein Massenquartier im Haus eingerichtet.

Trotzdem wollten einige Konfis- meist Jungs- einfach nur heim.
Sie riefen per Handy bei Mama oder Papa an und ließen sich dann abholen und heimchauffieren.
Dabei haben sie voll was verpasst.
Ausgerechnet Jungs mit der großen Klappe, die immer so auf Abenteuer aus sind.
Und ganz ehrlich- ich frage mich, warum die Eltern dann gleich und sofort Taxi spielen.
Damals- also früher- als es noch keine Handys gab, konnte man doch auch nicht gleich bei Mama oder Papa anrufen.
Und ausgerechnet Jungs- ich komme noch immer nicht drüber weg. Riskieren den Ruf, ein Weichei oder ein Warmduscher zu sein. Nur weils ein bissl (arg) nass im Zelt ist.

Anders meine Mädels. Die hielten tapfer durch- Ehrensache- und auf die Frage, ob jemand von ihnen heim wolle, schaute mich eine Konfirmandin vorwurfsvoll an und ihr Blick fragte nur, wie man an so etwas überhaupt nur denken könne.
Tja.
Mädels- Ihr seid einfach klasse.
Und die Jungs die dem Regen ebenfalls trotzten: Ihr seid richtige Konfis und keine Weicheier!
I am so proud of you! ;-)

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Der Regenbogen, der gestern Abend über dem Zeltplatz stand

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Schwalbenfüße- leider nicht nur dreckig sondern auch Handyqualität

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Und so sah der Eingang zum Hauptzelt heute morgen aus.

Da fällt mir nur noch die inoffizielle Nationalhymne Neuseelands ein:

Heute war jetzt – endlich- die erste „richtige“ Konfistunde mit meiner neuen Konfirmandengruppe.

Für mich ist jede Gruppe etwas ganz besonderes und im Laufe des Jahres wachsen mir die Jugendlichen meist auch so richtig ans Herz. Ich freu mich immer, wenn ich meine „Alten“ im Dorf sehe und nachdem sie mir ein fröhliches „Hallo“ entgegenrufen oder halt so grinsen wie 14jährige Jungs das nun mal tun, war wohl auch nicht alles schrecklich im vergangenen Konfijahr.

Jetzt ist aber ein neues Kapitel mit neuen Menschlein dran. Ich lerne neue Charaktere kennen, junge Menschen, die auf dem Weg sind und in diesem knappen dreiviertel Jahr eine unglaubliche Entwicklung durch machen. Ich darf sie begleiten- immer wieder schön und ein besonderes Privileg.

Ich merke auch, dass bei so langsam etwas wie Erfahrung in der Konfirmandenarbeit einkehrt- dabei probiere ich aber immer wieder Neues aus. Verändere einzelne Elemente oder, so wie dieses Jahr, auch „mal eben“ das gesamte Konzept. (Ich weiß- es kommt der Moment, da werde ich mich selbst dafür übelst schelten.)

Meine diesjährige Gruppe ist mit 12 Leute die bisher kleinste Gruppe. Sonst hatte ich immer so um die 20.
Die kleine Gruppe ist eine besondere Herausforderung aber auch eine große Chance. Man kann ganz andere Dinge machen, niemand kann sich verstecken, aber manches wird auch mit so wenigen nicht gehen.

Bei den unvermeindlichen Kennlernspielen wurde heute schon schnell deutlich, wer der „Macher“ ist, wer die große Klappe hat. Aber auch dass sie gut miteinander kommunizieren können und sich auf Fremdes und Ungewohntes einlassen.
Und ich habe einen neuen liturgischen Abschluss eingeführt (auch eine Neuerung für mich), bei dem sie gut drauf eingelassen und gleich mitgemacht haben.
Keiner lachte berührt, als wir gemeinsam den Segen gesprochen haben, niemand störte die Runde durch blöde Kommentare, als ich die Jugendlichen einldu, einmal eine Minute still zu werden.

Ein Jahr voller Abenteuer liegt vor uns.
Da sag mal eineR noch, Konfi sei langweilig.

Abschreiben ist ein No-Go in der Blogosphäre.

Heute tu ich´s irgendwie trotzdem.
Dank des Artikels von Theomix bin ich auf das Video von Mr. Bean in der Kirche gestoßen.

Heute war nämlich die zweite Konfirmation und ich bin jetzt endgültig alle.

Immerhin war die Kirche heute gerappelt voll- letzte Woche in der anderen Gemeinde war sie sogar so voll, dass wir den Gottesdienst per live-Übertragung in den Gemeinderaum nebenan übertrugen.
Der Gesang letzte Woche war ähnlich erbärmlich wie im Mr. Bean-Video.
Heute allerdings hat die Gemeinde äußerst gut und engangiert mitgesungen.
Und die Kirche war auch besser besucht als bei Mr. Bean.

Selbst das Verhalten der Gottesdienstbesucher war besser.
Ob die Konfirmanden allerdings mehr von der Predigt verstanden?
Ich hoffe schon.

Doch seht selbst.

So langsam fällt die Anspannung der letzten Tage ab.

Denn heute war die erste der beiden Konfirmationen.
Ich lege immer besonderen Wert auf die Gestaltung. Festlich soll es natürlich sein- die Jugendlichen ansprechen, aber trotzdem nicht plump oder oberflächlich.
Und die erwachsenen Konfirmationsgäste möchte ich auch erreichen. Denn viele kommen in diesen Gottesdienst, die sonst selten oder nie in einen (evangelischen) Gottesdienst gehen. Wird es mir gelingen, auch diese Menschen anzusprechen? Ihnen nahezubringen, welchen Schritt die Jugendlichen heute tun?

Für mich ist dieser Gottesdienst außerdem ein ganz besonderer. Bildet es doch den Abschluss und Höhepunkt der Konfirmandenzeit, in der ich die Jugendlichen begleitet habe.
Ich habe miterlebt bzw. miterleben dürfen, wie junge Menschen in einer wichtigen Entwicklungsphase von Kindern zu jugen Erwachsenen heranwachsen.
Ich habe sie auf den ersten Schritten des Glaubens begleitet.
Habe ihnen erklärt und hoffentlich auch ein wenig vorgelebt, was es heißt, zu Glauben, Glied der weltweiten Kirche Jesu Christi zu sein.

Für die Konfirmandinnen und Konfirmanden war das ein einmaliges Erlebnis- die Konfirmandenzeit bleibt im Gedächtnis und prägt ein Leben lang.
Wohl bekomme ich mit jedem Konfirmandenjahrgang (bald fängt der fünfte an, den ich begleite- ich kann es selbst noch nicht glauben) mehr Routine.
Aber trotzdem ist eine Konfirmation für mich immer ein ganz besonderes Erlebnis.
Jede hat ein eigenes Thema, meist auch mit einem Symbol verbunden, das die Jugendlichen selbst gestalten und anhand dessen sie den Gottesdienst mitgestalten.

Die Jugendlichen haben während der Konfirmandenzeit wohl Teile des Katechismus gelernt und auch immer wieder im Gottesdienst vorgetragen. Zum Beispiel als sie einen Taufgottesdienst mitgestalteten, in dem zwei Kofnirmanden getauft wurden. Oder den Abendmahlsgottesdienst vor ein paar Wochen.
Im Festgottesdienst heute sollte sie jedoch eigene Statements zum Thema der Konfirmation sowie zu ihren eigenen Glauben vortragen.

Ich finde, da bleibt mehr hängen, als wenn ausschließlich der Katechismus vorgetragen wird. Sowohl bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden als auch bei der Gottesdienstgemeinde.

Ich muss sagen- ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie Jugendliche über ihren Glauben reden können, wenn man sie ein wenig anleitet.
Wie das wohl bei den eher kirchenfernen Erwachsenen ankommt, die heute dabei waren. Ich bin mir sicher, die Konfis haben da heute ein beeindruckendes Zeugnis gegeben.
Die Statements für den Gottesdienst werden im Konfirmandenunterricht erarbeitet, meist bekommen die Konfis einen Zettel mit Leitfragen, die ihnen helfen sollen, ihre Statements zu formulieren.

Und was da rauskommt ist wirklich gut. Ich konnte vieles tatsächlich im O-Ton der Jugendlichen übernehmen und musste nur wenig glätten, damit´s gut zusammenpasst.

Am Mittwoch war dann Hauptprobe. Die Konfis haben Ihre Statements vorgetragen. Ich musste noch viel coachen. „Nimm die Hände aus den Hosentaschen!“ „Nein, am Altar lehnt man sich nicht an.“ „Sprich langsamer!“ „So wie du das sagst, glaubt Dir das keiner.“
Ich gebe zu, bei so etwas bin ich super pingelig und achte auf viele Details. Vielleicht kommt da mein zweites Leben zum Vorschein, in dem es auch um Inszenierung und Bühnenpräsenz geht.

Wie auch immer: Was die Jugendlichen heute von sich gaben und vor allem wie sie es von sich gaben war spitzenmäßig. Gut betont, überzeugend, locker und das alles mit nur einem winzigen Versprecher.
Nicht nur ich war beeindruckt. So gut hat das noch keine Gruppe gemacht. Alle Achtung.

Auch bei der Predigt heute hatte ich das Gefühl, dass sie zuhören. Wirklich zuhören. Sie haben aufmerksam gelauscht. An den Minen der Konfirmandinnen und Konfirmanden konnte ich sehen, wie sie innerlich mitgingen.
Mal lachten sie, dann, wenn es nachdenklich wurde, runzelten sie die Stirn und so weiter.

Das Einsegnen ist immer ein ganz besonderer Moment. Den Jugendlichen den Segen Gottes persönlich und unter Handauflegung zuzusprechen. Zusprechen, dass Gott es gut mit ihnen meint und sie auf ihrem weiteren Lebensweg führt und leitet.

Jetzt werden die Jugendlichen ihren eigenen Glaubensweg gehen.
Manche werden weitergehen, in großen und mutigen Schritten. Andere werden langsamer vorankommen. Und wieder andere werden auf der Strecke bleiben.

Ich muss sie loslassen, sie ihr eigenes Tempo gehen lassen. Ich gebe zu, das fällt mir nicht ganz leicht.
Klar, werde ich manchen immer wieder begegnen. Sei es in der Gemeinde oder auf der Straße.
Doch die intensive Begleitung, die Entwicklung der Jugendlichen Woche für Woche mitzuerleben- das wird mir fehlen.
Ich muss loslassen- für die neue Gruppe, die nach den Pfingstferien beginnt.

Am Sonntag ist Konfirmation.

In den vergangenen Jahren habe ich für meine KonfirmandInnen immer, quasi als Überraschung, ein Lied „komponiert“, das zum Thema passte und das dann im Konfirmationsgottesdienst gesungen wurde.

Diese Jahr hatte ich so gar keine Idee. Die Muse küsste mich nicht.
So machten meine Sekretärin und ich heute auch das Liedblatt fertig.
Ohne „Überraschung“.

Doch eben kam mir so eine Melodie in den Sinn.
Ich klimperte sie vor mich hin- holte Notenpapier. Nur noch ein ganz kleines Restchen. Muss dringend ein neues Heft kaufen. Ich kann das nicht gleich am Computer setzen. Ich brauche Papier und Bleistift.
Und ich brauche Zeit zum Schreiben. Das geht nicht auf Abruf.
Textzeilen kommen mir in den Sinn. Melodiefetzen.
Das könnte einen Refrain ergeben.
Nur die Strophen fehlen noch. Vielleicht kommen sie ja noch.
Aber es ist zu spät, die Muse küsste mich zu spät. Zumindest für diese Konfirmation.

Ich werde es trotzdem aufschreiben, mit meinem Notenprogramm setzen- mal sehen, vielleicht kann ich´s ja nochmal brauchen. Irgendwann.

Aber irgendwie ist es schon doof, wenn die besten Einfälle dann kommen, wenn´s zu spät ist.

Eben komme ich vom Konfirmandenunterricht.
Ich bin wirklich erstaunt, wie ernsthaft sich Jugendliche auf Fragen des Glaubens einlassen können, und was für gute Antworten (und auch Fragen) sie haben.

Letzte und diese Woche haben wir uns mit dem Glaubensbekenntnis beschäftigt.
Heute sollten sie die Dinge im Apostolicum markieren,
1) die sie bejahen
2) die sie nicht bejahen können
3) die sie nicht verstehen

Danach haben wir die Dinge besprochen. Methodisch eher eine langweilige Stunde.
Dennoch war ich erstaunt, wie gut die Konfis sich gegenseitig die Fragen beantwortet haben.
Wie sie sich auf die theologisch nicht immer einfachen Themen eingelassen haben.

Später sollten sie ein eigenes Glaubensbekenntnis formulieren.
Als ich sie dann fragte, was sie lieber an der Konfirmation vortragen wollten, wenn sie denn die Wahl hätten (hamse aber nicht- sie müssen das Apostolicum sprechen ;-) ), haben sie sich einstimmig für das Apostolicum entschieden.

Sie fanden, es ist gut, dass es etwas Verbindliches gibt, das Menschen im Glauben über die ganze Welt verbindet. Und es war ihnen wichtig, die alten Worte zu sprechen, die schon Generationen vor ihnen gesprochen haben. Sie meinten, es wäre nicht schlimm, wenn sie nicht alles verstünden, das würde anderen Menschen wohl auch so gehen- es wäre wichtiger, ein gemeinsames Bekenntnis zu haben, das verbindet.

Am Schluss waren sie fast dankbar, dass wir die schwer verständlichen Fragen besprochen haben.

Und ich bin echt beeindruckt von meinen Konfis. Vielleicht sollte ich öfters mit ihnen „rumtheologisieren“.

So, jetzt ist also der Gottesdienst vorbei, von dem ich hier schon geschrieben habe.
Der Gottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Thema Taufe, in dem auch zwei noch nicht getaufte Konfis getauft wurden.

Nach einer ausführlichen Sprechprobe am vergangenen Mittwoch waren heute alle pünktlich um halb zehn in der Kirche. Und obwohl der Posaunenchor sich schon eingespielt hat, haben wir noch einmal eine Sprechprobe gemacht. Alle haben gut und langsam gesprochen. Dafür, dass die meisten der Jugendlichen noch nie vor einer vollen Kirche standen, haben sie´s echt gut gemacht.

Nur die Taufen von zwei Konfis, die Bekanntgaben und den Segen habe ich gemacht. Alles andere haben die Konfis übernommen. Begrüßung, Liedauswahl, Gebete (ok, ich gebs zu, das Fürbittengebet habe ich formuliert, das Eingangsgebet stammte aber von einer Konfirmandin) und vor allem den inhaltlichen Teil.
Thema war „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“. Die Konfis haben dann in verschiedenen Statements erzählt, wo sie Gottes Spuren in ihrem Leben gespürt haben und wo sie sich die Nähe Gottes gewünscht hätten.
Als Bibeltext stand die Geschichte des Kämmerers in Äthiopien im Mittelpunkt. Die Konfis bezogen sich in weiteren STatements dann auf die Geschichte, auf den Zusammenhang mit dem Thema Taufe und dem Thema „Gottes Spuren in meinem Leben.“
Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht schön gewesen wäre, die Gemeinde noch mehr mit einzubeziehen. Vielleicht indem jedeR selbst auf einen „Fußabdruck“ aus Papier für sich fest hält, wo er/sie schon Gottes Spuren spürte und dies dann quasi als „Erinnerung“ mit nach Hause nimmt.
Mal schauen, vielleicht beim nächsten Mal…

Auch viele Konfi-Eltern waren da und meinten, es sei echt gut gewesen.
Ich bin überzeugt, da bleibt viel mehr hängen, als wenn sie den Katechismus auf und ab lernen müssen.
Aber keine Angst, klar haben sie den Taufbefehl aufgesagt. Nach langem Kämpfen und manchmal auch Drohen („wer´s bis Sonntag nicht kann, muss es alleine aufsagen“) haben sie es gut hingekriegt.
Ich kann nur alle ermutigen, die Konfis mal einen Gottesdienst ganz alleine gestalten zu lassen.

Ich gehöre ja zu den Pfarrerinnen, die ausgesprochen gerne Konfirmandenunterricht geben.
Das heißt natürlich nicht, dass es mir immer Spaß macht ;-)
Und oft genug frage ich mich freilich auch, ob irgendwas von dem, was ich mit ihnen durchnehme „hängen“ bleibt.
Und vor allem, ob sie im Lauf des Konfirmandenjahres kapieren, dass diese ganze Sache mit Gott und dem Glauben was mit ihnen und ihrem Leben zu tun hat.

Heute war es aber so eine Sternstunde.
Für einen Gottesdienst am 8. Februar, in dem zwei noch nicht getaufte Konfirmanden getauft werden sollten, haben wir heute vorbereitet.
Die Konfis sollen den Gottesdienst weitesgehend selbst vorbereiten und auch gestalten, wenn möglich incl. Predigt.
Das Thema lautet: „Wir haben Gottes Spuren festgestellt.

Heute bekamen sie also verschiedene Fragen von mir gestellt, anhand derer sie den Gottesdienst vorbereiten sollten.
Neben der Liedauswahl ging es da auch um Fragen wie: „Woran, glaubst du, kann man Gottes Spuren im Leben eines Menschen feststellen?“ oder „Wo in Deinem Leben hast Du Gott schon einmal gespürt?“

Ich bin wirklich überrascht und erstaunt, wie persönlich die Jugendlichen von sich berichtet haben. Sicherlich auch, weil ich ihnen die Möglichkeit gab, anonym zu bleiben.
Und die meisten haben auch tatsächlich selbstständig gearbeitet und ihre eigenen Gedanken zu Papier gebracht.
(Ich habe auch eine Weile gebraucht, ihnen beizubringen, dass es im Konfirmandenunterricht keinen Erwartungshorizont wie bei einer Klassenarbeit gibt, sondern dass sie vor allem lernen sollen, selbst zu denken und Fragen zu stellen.)

Und auch mit dem Text von Philippus und dem äthiopischen Kämmerer (Apostelgeschichte 8, 26-40) setzten sie sich auseinander. Zugegebenermaßen verstanden sie den oftmals sperrigen Luthertext nicht auf Anhieb, aber manche brachten echt gute Gedanken, aber auch Anfragen zum Text.

Ich muss jetzt nur aus der Stofffülle einen Gottesdienst schustern.
Und ich freu mich schon auf die Konfis auf der Kanzel.

Unterschätz nur mal keiner die Jugendlichen.
In dem Alter wollen sie sich irgendwie am liebsten verkriechen (kennen ja alle, die die Pubertät durchgemacht haben :-) ), aber wenn man sie mal aus der Reserve lockt, dann kommen da echt gute Sachen raus.

Und ich vermute, sie haben zumindest teilweise begriffen, dass die Sache mit Gott was mit ihnen zu tun hat.

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