Eben hatte ich eine Gruppe equadorianischer Lehrerinnen und Lehrer durch unsere schmucke Kirche mit dem schönen Schnitzaltar geführt.
Eigentlich nichts ungewöhnliches, dass ich ab und zu auch mal Führungen mache.
Es war eine lustige Gruppe, die auch Musik machten und für eine schöne internationale Begegnung sorgten.
(So mag ich´s ja)

Zum Schluss aber meinte einer der Equadorianer:“ Ich bin überrascht, wie viele Pfarrerinnen es hier in Deutschland gibt. Jetzt kenne ich schon zwei“.
*rofl*

Vorher, als ich wartete wie mein Drucker in aller Seelenruhe ein Blättchen nach dem anderen ausspuckte, konnte ich immer mal wieder aus dem Fenster auf die Straße schauen.
Wenn da mehr als 3 Autos hintereinander parken, ist immer was besonderes los. Land eben.

Vorher war die Straße komplett zugeparkt. Und es kamen immer mehr Autos mitsamt ausschließlich weiblicher Besatzung. Ich fragte mich, was da wohl los sei.
Und dann fiel es mir ein.

Heute ist Marienwallfahrt.

Jaja, Ihr lest richtig.
In „meiner“ Kirche steht ein kleiner, aber feiner spätgotischer Marienaltar, dessen Hauptbild eine wunderschön geschnitzte Pieta ist.

Dieser Altar war schon immer Ziel von Wallfahrten. Auch nachdem die Reformation vor mehr als 450 Jahren in unserer Gegend Einzug hielt.

Und so kamen heute wie jedes Jahr einmal im Marienmonat Mai die Frauen aus der (vorwiegend katholischen) Nachbargemeinde zu ihrer Wallfahrt.
Ich erinnerte mich auch daran, dass die Mesnerin mir deswegen heute Mittag Bescheid gab.

Ich war nur der Meinung, dass Wallfahrten urspürnglich zu Fuß oder hoch zu Ross stattfanden.

Haben die Frauen den Begriff -womöglich auch wetterbedingt- ganz wörtlich genommen und haben eine Wallfahrt unternommen?
Das ist also moderne Spiritualität.

Eine Leserin fragte mich folgendes:

Bitte, können Sie mal erklären, wie denn der Unterschied zwischen einer “Normalen” evangelischen Gemeinde (also Landeskirche) und einer freikirchlichen ist?
Ich bin neu hier in der Stadt und bins chon ein paar Mal in der Kirche gewesen – der “normalen”, kenne ich so von früher, aus der Heimat, habre ich halt im Netz rausgesucht, zu welcher ich jetzt gehöre.
Nund war ich aber mit ner Freundin in der freikirchlichen. Und ja, da hat es mir auch gefallen,w ar aber so anders, viel lebendiger.
Da der Glaube und auch die Kirche mir viel bedeutet, ich aber auch Wert drauf lege in einer Kirche “zuhause” zu sein, fühle ich mich jetzt so, als müsse ich was entscheiden – und kann das so gar nicht…

Zunächst einmal vielen Dank für diese Frage.
Der Einfachheit werde ich hier auch die im Internet übliche „Du“-Anrede benutzen. Ich hoffe, das ist ok so.

Ich werde versuchen, möglichst knapp und hoffentlich trotzdem verständlich auf diese Frage zu antworten.
Bitte jedoch keine Vollständigkeit erwarten.

Zunächst zur Volkskirche:

Das ist ein historischer Begriff. Während und nach der Reformation mussten die jeweiligen Landesfürsten in Deutschland entscheiden, ob sie der Reformation folgen wollten oder nicht. Dort entstand der Begriff „cuius regio eius religio“- ganz knapp und etwas flapsig übersetzt heißt das: Wer regiert, bestimmt die Religion.
Die jeweiligen Untertanen mussten dieser Entscheidung folgen, was bis heute dazu führt, dass bestimmte Gegenden in Deutschland traditionell katholisch oder evangelisch geprägt sind (Wobei sich dies nach dem Krieg durch Zuwanderung etwas relativiert hat).

Die Landeskirchen heute erstrecken sich von ihrem Gebiet daher meist immer noch innerhalb der Landesgrenzen, die bis 1806 gegolten haben. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)
Charakteristikum einer Landeskirche ist, dass sie sich als Volkskirche bezeichnet.
Alleine schon durch ihre Präsenz vor Ort ist dies gegeben. Für jeden Winkel der jeweiligen Landeskirche ist also irgend ein Pfarrer oder eine Pfarrerin zuständig und ansprechbar.
Innerhalb der Landeskirchen gibt es viele verbindende Elemente: So ist die Gottesdienstordnung gleich, die Strukturen und Organisation auch. Dieses wird z.B. alles von jeweiligen Recht der Landeskirche geregelt.

Innerhalb der Landeskirchen ist es relativ unproblematisch die Gemeinde zu wechseln. Wer z. B. innerhalb einer Landeskirche oder auch zwischen zwei Landeskirchen umzieht und seine Kirchenzugehörigkeit beim Einwohnermeldeamt angibt, kommt automatisch auf die Mitgliederliste der jeweils zuständigen Kirchengemeinden. Diese Erfahrung hast Du ja auch schon auf Deiner Suche gemacht.

Mit Freikirchen sieht das anders aus.
Generell sind Freikirchen unabhängig von den Landeskirchen (eben frei). Einige haben sich in unterschiedlichen Zusammenschlüssen organisiert, andere sind völlig frei. Eine Freikirche kann eine einzelne Gemeinde an Ort X oder Y sein. (Allerdings weiß ich da ehrlich gesagt nicht, wie es mit der Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts aussieht) Andere, „große“ Freikirchen sind wie gesagt bundesweit oder sogar international organisiert (die Methodisten zum Beispiel).

Ich hoffe, ich konnte Dir von den Begrifflichkeiten ein wenig weiterhelfen- aber wie gesagt, das ist sehr knapp und holzschnittartig. Und aus einer überzeugt landeskirchlichen Perspektive ;-)

Was Deinen Wunsch nach Kirchenzugehörigkeit und Beheimatung in einer Gemeinde angeht, kann ich Dich nur ermutigen, dich umzuschauen.
Mal einen- oder am besten mehrere Gottesdienste in einer Gemeinde zu besuchen. Theologisch gibt es, (gerade bei den Freikirchen), große Unterschiede. Hör genau hin, was gesagt wird. Wie die Leute so sind.
Vielleicht gibt es auch besondere Angebote, die Dich ansprechen.

Ich persönlich- aber das ist jetzt wirklich meine eigene Meinung- finde es immer wichtig, dass mir die Leute nicht zu „aufdringlich“ sind, wenn ich mal wo neu bin. Dass ich Zeit habe, mich umzusehen und ggf. mich auch in aller Freiheit dagegen entscheiden kann.

Was natürlich auch eine Möglichkeit ist, ist dass Du mit „Deinem“ Pfarramt bzw. den zuständigen Pfarrerinnen und Pfarrern Kontakt aufnimmst. Dich vorstellst und sagst, dass Du neu und auf der Suche nach einer geistlichen Heimat bist.

Normalerweise helfen die Dir da auch weiter.

Viel Erfolg beim Umschauen und heimisch werden!

Wie immer zwar mit Vorsicht genießen, aber für eine weitergehende Info der Wikipedia-Artikel zu Landeskirche und Freikirche

It´s always the first Friday in March: The women´s world day of prayer.
Each year an other country is in the focus of this ecumenical movement.

This year it´s Papua New Guinea which is in the centre of attention.
Women of all denominations from PNG worked out the liturgy, select hymns and songs from PNG and also provide some information on the social, cultural and historic background of the country with a special focus on women.
This year´s liturgy reflects on the theme „we are many but one in Christ“

It is wonderful to have in mind that people around the world pray the same liturgy, sing the same hymns and join and connect in faith and prayer for the people and country of Papua New Guinea (or in other years other countries).

I´ve been to many WWDPs so far- it is always great to be reminded to be part of the world-wide church. This year´s theme makes it very clear.

I will join the music team tonight- play the guitar and some drums. And I look forward to sharing a simple but original meal from PNG.
But each year my personal highlight is the closing hymn: „The day thou gavest, Lord, has ended“.
I love that hymn. It reminds me that that our common faith in Jesus Christ brings people together from around the world.And whenever I sing it, I think of a very dear friend in NZ, who loves this song as much as I do. Particularly the fourth stanza. It says that somewhere in the world there is always someone who prays and praises God as the sun moves forward to the west and brings other peoples the light and love of God.

And: Although it´s called „Women´s world day of prayer“ – menfolk is also invited!
So come and join into the world wide ecumenical movement of prayer and shared faith.

And isn´t this year´s picture particularly beautiful?
2009motivpapuaneuguinea

Heute jährt sich der 25. Todestag des großen Theologen und Ökumenikers Martin Niemöller.

Hier ein Artikel auf der ekd-homepage.

Ich finde, Niemöller ist es wert, nicht vergessen zu werden.

Those of you who know me personally do also know that I am very fond of the beautyful Anglican liturgy.

I´ve been watching some church services online fromThe National Cathedral in Washington for the last couple of months.

They broadcast all their services online – either on a live-stream or on demand.

I´m currently watching the 9am Christmas-day service and I really like the children´s homily.
(You might have to go to the archives if you´d like to look up past services- but the homepage is very well made and it´s easy to find your way round.)
And its always a treat to listen to the beautiful music they have in their services. A very good choir and a passionate organist who always plays beautifully.
And to me its also interesting to getting to know a different tradition of preaching. The often invite some guest-preachers so they get a wide range of different sermon-styles.

And its very helpful download the service sheets to follow the hymns (also with music- I really appreciate that) and liturgy.

Heute Abend war ich aus gegebenem Anlass das erste Mal bei einer Church-night in der Nachbargemeinde.

Die große Stadtkirche war gut gefüllt und schon das Orgelvorspiel, eine Improvisation über „Ein feste Burg ist unser Gott“ stimmte auf das Thema ein.

Thema der Church night war „evangelisch leben- aus dem Evangelium leben“

Das wurde anhand der vier „soli“ erörtert:

- Allein Christus

-Allein die Schrift

-Allein aus Gnade

- Allein aus Glaube

Zu jedem dieser „soli“ gab es einen kurzen Impuls- sei es ein Filmausschnitt, Lieder oder einen Sprechmotette zu Ps. 119.

Alles vorbereitet und vorgetragen vom Ortspfarrer und einem Team aus Mitarbeitenden.

Am Schluss durften alle Anwesenden selbst Thesen formulieren, mit denen Kirche heute reformiert werden kann, da Kirche ja eine ecclesia semper reformanda ist. Diese wurden an eine Pinnwand geheftet und sollen im nächsten Gemeindebrief veröffentlicht werden.

Die Altersspannbreite war von Teenagern bis hin zu Seniorinnen und Senioren.

Auch einige meiner Gemeindeglieder waren da- es scheint also zu funktionieren, dass für besodnere Veranstaltungen mal über die eigene Kirchturmspitze geschaut wird.

Alles in allem war es eine gute Veranstaltung- ich hoffe, dass mit dieser und anderen Churchnights das evangelische Bewusstsein und evangelische Identität (wieder) gestärkt werden kann.

Was mir als Ökumenikerin wichtig war- und das wurde auch deutlich,  ist dass nicht die Spaltung gefeiert werden, sondern eine Rückbesinnung auf das Evangelium stattfinden sollte.

Here a link which reflects and describes the installation very well. It shows also some more pictures.

This article mentions a rather funny incident.

This is Maori and means Bishop Victoria!

I was at her installation at Christchurch Cathedral today.

Before she was elected Bishop of Christchurch Bishop Victoria Matthews served for 10 years or so as Bishop of Edmonton, Canada.

A friend of mine made this very special gift to me by getting a ticket organised. (Thank you, Shirley!)

Because of that my ticket identified me as „anglican church representative“. ;)

But what to say about such a special occasion? It is hard to put all feelings in words.

I did not only have the chance to attend a moment in which NZ church history was made. (First woman bishop in the Diocese of Christchurch, a Canadian Bishop who was elected as NZ Bishop).

It was a very well selected liturgy which combined traditional and contemporary elements as well as elements from various traditions.

As I myself wear a preaching gown with „geneva strips“ for services only, I also admired the beautifully embroided vestments worn by the Bishops and Archdeacons.

It was a very touching feeling to realize that I am, that we all are, part of the world-wide church.

Attending an istallation of a Bishop in New Zealand meant that there were some elements of the liturgy taken from Maori culture.

After the Bishop had knocked three times upon the closed Chathedral doors she was offered a traditional Maori Welcome. (Which lasted about 30 minutes!)

There were some touching moments during the service.

One was when Bp. Victoria took off her Cope and Mitre and prostrated herself in front of the Altar.

Then there was a silent prayer (and it was REALLY silent in the big cathedral, filled with 1000 people)and then everyone joined the old hymn: Come, holy Ghost, our souls inspire.

You could really feel the presence of the Holy Spirit.

A couples of moments later, after she had taken or rather reaffirmed her vows as a bishop, she was led to her official seat in the Cathedral. The people offered their acclamations and applause and all the church bells were rung. (And some people walking by on the sqare had a quick look inside the as they were probably wondering what was going on)

An other very moving moment was when the Nicene creed was said: It showed very clearly that we all believe in one God, in Jesus Christ, the risen Son of God and in the Holy Spirit who unites people from all over the world and off all denominations.

Also the Lord´s prayer which was said in various languages (mind you, I tried to join in in German but it was so hard to keep the rhythm) showed very clearly that we all belong to a world-wide community of Christians.

I am still impressed and very moved. But mind you, there were some laughs every now and then. Particularly the Bishop who gave the sermon put in some jokes to make sure the whole occasion doesn´t get too stiff.

It was very solemn though!

The installation was also a good occasion to catch up with my friend Jill who made a 2 hr travel up to Christchurch for the installation. So we met an hour earlier at Starbuck´s.

Some people there looked a bit puzzled as she walked in in her dog collar (yes, clergy also go to Starbuck´s) and a friend of hers who got robed in the procession carrying a big vestment bag.

A rather strange experience was the fact that I seem to be allergic to incense. They were VERY generous with incense and after a while my eyes and my nose started watering and my contact-lenses started to itch.

It was Jill who told me what could have caused it.

Bishop Victoria Matthews after her installation at Cathedral Square

 

Christchurch Cathedral after the service in the evening sun

Gleich darf ich zur Investitur der neuen anglikanischen Bischöfin.

Eine Bekannte hats geschafft, ein Ticket für mich zu organisieren.

Ich freu mich drauf- das ist erlebte und gelebte Ökumene.

Und: ich lieeeebe die anglikanische Liturgie. :)

Ich bin schon gespannt und aufgeregt.

Natürlich werde ich hier berichten.

So, jetzt muss ich los, werde mich vorher nämlich noch mit einer befreundeten Pfarrerin im Starbucks am Cathedralsquare treffen- ich nehme an, da wird die „dog-collar“ Dichte recht hoch sein, weil wir sicher nicht die einzigen da sein werden, die diese wunderbare Idee hatten. ;)

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