Ich habe vor kurzem geschrieben, wie schön es ist, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.
Manche Dinge verstehen wirklich nur Mitmenschen, die auch das Pfarramt von innen kennen.
Auch ich verstehe vieles erst jetzt, von dem ältere Pfarrerinnen und Pfarrer früher gesprochen haben.

Ich hatte viel kollegialen Austausch.
Den im Sommer üblichen Pfarrkonvent vergangene Woche. Dann noch eine sehr gute und gewinnbringende Fortbildung zu Beginn dieser Woche.
Dienstbesprechung mit den Kollegen (die einzige Kollegin war leider nicht dabei) des Distrikts gestern.
Und heute Vormittag noch meine kollegiale Beratungsgruppe, die sich 4-5 Mal im Jahr trifft.
Heute Abend noch das Sommerfest des Altersheims am Ort. Auch da quatschte ich die meiste Zeit mit meinem Kollegen. Wir haben uns ja soooo lange nicht gesehen.

Alles für sich ist schön und bereichernd und gewinnbringend.
Aber jetzt habe ich genug von Pfarrersleuten.
Ich will meine Ruhe haben. Wieder mit „normalen“ Menschen zu tun haben.

Morgen kommt meine Freundin zu Besuch. Sie ist von Beruf—- richtig! ;-)

Sommerzeit ist Pfarrkonventszeit.

Pfarrkonvent- das ist so etwas wie Schullandheim für Pfarrerinnen und Pfarrer.
Man fährt irgendwo hin, arbeitet thematisch, hat aber auch Zeit für Unternehmungen, Austausch und Begegnungen.

Jetzt war es wieder soweit.
Am Montag brachen ca. 35 Kollegen und 4 Kolleginnen aus meinem Kirchenbezirk auf.
Untergebracht waren wir in einem schönen katholischen Bildungshaus, einem ehemaligen Kloster mit eindrücklicher (Bau-)Geschichte.

Das Thema war jetzt nicht so prickelnd, für mich nicht viel Neues. Daher hielt sich meine Motivation eher in Grenzen. Auch das viele Rumsitzen war nicht immer einfach, bei der Hitze schon gar nicht.

Aber es gab auch ausgesprochen schöne Momente.
Die von mir so geschätzten Gespräche am Rande, der Austausch mit KollegInnen über verschiedene Themen.
Das gemütliche Zusammensitzen am Abend und die Möglichkeit bei einem Glas Wein oder Bier den einen oder anderen Kollegen besser kennenzulernen.
Das Feststellen, dass nach etwa zwei Jahren schon etwas wie Vertrautheit zu einigen Kollegen entstanden ist.

Dann die Gottesdienste und Andachten, die dieses Jahr sehr schön gestaltet waren. Teilweise waren sie sogar gemeinsam mit einer Gruppe katholischer Jungpriester, die auch im Haus untergebracht waren.
Schade nur, dass sonst kaum Gelegenheit zur Begegnung war.

Und dann war da natürlich der traditionelle Ausflug. Bisher kenne ich es immer so, dass man mehr oder weniger gemeinsam wandern geht. (Meist werden Wanderungen unterschiedlicher Länge angeboten) Dieses Jahr haben sich aber außer mir noch 9 weitere Pfäfflein gefunden und wir nutzten die Möglichkeit einen Nachmittag lang Kanu fahren zu gehen. Es war nicht nur entspannend und erfrischend (im Gegensatz zu zwei anderen Kollegen bin ich nicht ins Wasser geflogen ;-) ) sondern auch durchaus lustig.

Nicht zu vergessen das gute und reichhaltige Essen.
Ich verstehe, warum manche Kolleginnen und Kollegen sagen, Pfarrkonvent sei Urlaub. Die paar Stunden Arbeit ist nichts im Verhältnis zu dem, was wir zuhause arbeiten.
30 minuten nachdem ich nach Hause kam, hatte ich schon den nächsten Termin.

Aber zurückerinnern an den Konvent tu ich mich gerne. Und nächstes Jahr kommt ja wieder einer.

Das „gegenseitige Gespräch und der Trost unter Brüdern (und Schwestern)“ ist ein wesentliches Standbein der Seelsorge.
Nicht nur zwischen PfarrerInnen und ihren Gemeindegliedern, sondern auch und gerade in der „Gemeinschaft der Ordinierten.“ (Über diesen Begriff ließe sich auch viel sagen- ich tu´s hier nicht.)

Wie wohltuend so ein Gespräch mit KollegInnen sein kann, durfte ich letzte Woche erfahren.
Ich war (und bin´s immer noch) sauer auf meine Kirchenleitung, weil ich den Eindruck hatte, dass v.a. 08/15 Konformität in meiner Landeskirche gewünscht wird und dass Individualismus manchmal ganz schön durch Richtlinien und Gesetze ausgebremst werden kann.
(Es geht um eine Fortbildung im Ausland, die nicht gewährt wurde und für dich ich nun meinen gesamten Jahresurlaub dranhängen „darf“)

Nun ja, sauer wie ich war, fuhr ich zu einem Termin mit dem Jugendwerk. Ich vergaß allerdings, dass wir den Termin bereits vorgezogen hatten und ich damit eigentlich völlig fehl am Platz war. Die Jugendreferentin A. grinste mich noch an und engagierte mich gleich zum Bus-packen für die Kinderfreizeit.
Da tauchte auch noch H., mein Kollege auf. Er hatte genauso wie ich, den Termin verschusselt und stand nun da.
Spontan beschlossen wir drei, Eis essen zu gehen.
H. ist ein liebenswerter Kollege, den ich noch vom Studium her kenne. Auch er ist eher der Typ „unkonventionell“ und mit ihm habe ich schon manche Pfarrertreffen besser überstehen können (meist skatspielender weise).

So saßen wir also im Eiscafe und redeten. Und ich konnte meinen Frust loswerden. A. und H. hörten nicht nur zu, sondern bestärkten mich, dass ich völlig Recht habe mit meinem Gefrustetsein.
Ich sagte auch, dass ich die Fortbildung auf jeden Fall mache, weil ich überzeugt bin, dass das eine Sache ist, bei der ich viel lernen und damit auch viel neues in meine Arbeit einbringen kann.
Ich äußerte aber auch meine Bedenken, ob ich das kräftemäßig schaffe, denn schließlich heißt der Erholungsurlaub ja aus gutem Grund so.
A. meinte nur- „Weißt Du, Schwälbchen, Gott wird Dir genügend Kraft geben, dass Du das durchstehst.“ Wow, tat das gut.

Ich war den beiden wirklich dankbar für das Gespräch, für die Seelsorge unter Kolleginnen und Kollegen und habe gemerkt, dass ein Eiscafe da durchaus ein guter Ort dafür ist. Schließlich sollen wir ja für Leib und Seele sorgen.

It was one of these busy days of which I had too many the last couple of weeks.

I left home at 9 this morning and came back at 6 tonight.
Rushed from meeting to meeting, with one hour of supervision in between.

I knew it was going to be a hard day today.
And I knew there was hadly any time to take a breath in between.

But suddenly while driving from meeting to meeting I realized I was 20 minutes early.
So I parked my car somewhere in the woods and went for a 15min walk.
Mind you- walking in the woods even with not so high heels isn´t very comfy. I should keep a pair of old trainers or sturdy shoes in my car.
But it was so good. To have a couple of minutes on my own. Just for me.
No one knew where I was (yes I did take my mobile with me), nobody knew how to catch me. Nobody even had the slightest chance to get anything from me.
I just walked in the woods, took deep breaths, had the sun shine on my face, smelled spring air and listened to birds singing their songs of joy. Meetings and rushing, planning and organizing felt so far away.

Only 15 minutes but I enjoyed every second of it and it really felt like vacation.

Ich musste raus heute Nachmittag. Die ganze Woche bin ich irgendwie nur am rumhecheln gewesen, damit ich die morgige Trauung, sowie die Konfirmation für Übermorgen irgendwie fertig kriege. Die Trauung ist soweit druckfertig, für die Konfirmation fehlt nur noch die Predigt.

Also dachte ich, ich mache heute Nachmittag mal spontan zwei, drei Stündchen blau und geh Shoppen.
Lauter so Zeug, das man in der Pampa halt nicht bekommt.

Also bin ich ins große Einkaufszentrum 15 km entfernt gefahren.
Das einzig nette war, dass ich die Besitzerin meiner Reitbeteiligung getroffen habe, die mir gleich Bilder meiner früheren Reitbeteiligung mit dickem Fohlenbauch zeigte.

Zum Mittagessen gönnte ich mir bei den „Kollegen“ mit dem Fischlogo ein eher mäßiges Sushi.
Einmal und nie wieder. Lohnt nicht.

Dann zum Optiker, Kontaktlinsenmittel einer bestimmten Marke kaufen.
„Nein, die führen wir nicht“.

Ok, danke- vergebliche Mühe, aber ich habe ja noch anderes vor.
Dann schnell in das große Kaufhaus.
Nach fünf Jahren, in denen ich für fast alle Gottesdienste den gleichen, immerhin maßgefertigten Hosananzug, trage, wollte ich mich mal umschauen was es so gibt.
Nadelstreifen wären auch nicht schlecht.

Doch dann- Frust pur.
Im ganzen Geschäft sah ich weit und breit keine Hose in Langgröße.
Nach einer Weile vergeblichen Suchens fragte ich eine Verkäuferin nach Langgrößen.
„Oh, ja, wir haben Platz gebraucht, deshalb haben wir die weggehängt. Aber meine Kollegin da hinten hilft Ihnnen gerne weiter.“

Ich also zur Kollegin getrabt.
Und – voila- sie hatte genau eine Hose in Langgröße vorrätig. Schwarz.
Zwei Nummern zu groß für mich.

Ich sah von einem Einkauf ab und verließ das Geschäft.

Daraufhin steuerte ich ein Schuhgeschäft an. Für eine bevorstehende Hochzeit suche ich ein paar hübsche und bequeme Slingback-Pumps, die ich dann auch mal im Gottesdienst als Alternative zu meinen „Talarschuhen“ tragen kann.

Die Verkäuferin hatte genau ein Modell in meiner Größe vorrätig.
So ganz häßliche mit Netzmuster.
Ich schüttelte mich innerlich und verließ das Geschäft.
Dann ein Kaffee bei einer großen Kaffeehauskette- da weiß man wenigstens was man bekommt.
Vorausgesetzt, man kennt die Terminologie.
In NZ trinke ich bei der gleichen Kette immer ein „flat white“.
Angesichts der auch in Deutschland auf Englisch geschriebenen Getränkekarte, versuchte ich mein Glück und bestellte einen „flat white.“
Die Dame am Tresen sah mich fragend an.
„Was möchten Sie denn?“
Ich: „Naja, sowas wie einen Milchkaffee“.
Sie: „Ach, sie meinen den Caffe latte.“
„Ja, einen Caffe latte, klein,bitte.“
Sie: „also Tall.“
Ich: „Nein, halt die kleine Portion.“
Sie: „Das ist bei uns Tall“ (kleine Anmerkung: die weiteren Größen heißen dann irgendwie grande und magnum oder so….)
Ja, den meinte, bestellte und bekam ich dann schließlich auch.

Uff- wenigstens etwas erfolgreich erledigt.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich ernsthaft gefragt, ob in meiner Allgemeinbildung etwas schief gegangen ist.
Kann ich mich nicht verständlich ausdrücken? Beherrsche ich die deutsche Sprache so schlecht?
Oder habe ich schlichtweg einen Sprachfehler, der es mir unmöglich macht, mich zu verständigen?

Ich kam zu dem Entschluss, dass das Problem dieses Mal ausnahmsweise nicht bei mir liegt.
Oder doch? Schließlich hätte ich ja nicht so groß wachsen müssen. Schließlich könnte ich ja auch Kleidergrößen tragen, die gerade im Geshcäft vorrätig sind. Schließlich könnte ich mich ja bei der Kaffeekette im Voraus informieren, was ich möchte. (Dass Frauen auch immer so entscheidungsunfreudig sein müssen…!)

Ach ja- zum Schluss bin ich in einen Schuhladen einer „Billigkette“:
Eine freundliche Verkäuferin fragte mich, was ich denn suche, zeigte mir das (erstaunlich große) Angebot und beriet mich fachkundig.
Zu guter Letzt erstand ich immerhin ein paar schicke Schuhe, die bequem sind, gut aussehen und mich nicht die Welt kostete.
Ein echter Frustkauf.

It´s been a really busy time recently.
Not because it´s the season of Lent and the festive joy of Easter approaching.
It was just nitty-gritty-every-day-business.
Lots of parish- admin stuff and so.

But the last couple of days were extremely busy and I usually left home at about 7.30 am and came back home at about 10 pm. Dead tired.
There was little time for anything „private“. Just two hours twice a week to look after the horse.

But luckily enough there are some great friends in my life.
I finally managed to meet two of them tonight.
We hat yummy american-style food, a nice glass of wine and certainly lots of chatting and laughing.

I could share joys and sorrows with them- and we had some great hours.
It was very touching that one of my friends said: „We know you are busy- but we are also patient. We´ll be there for you if you need us“.

Thats the kind of support single-clergy like me need.
Patient friends who don´t take it personally if I don´t call them even for weeks or months.
Who rather call me and remind me that there is a life beyond parish and office.
Friends I can talk everything over with. Friends who callenge me- who remind me to look after myself. Friends who are patient enough to simply be there. Friends who tell me off if I´m getting too deep into church-life and forget about real life. Friends who don´t get irritated by tears but also a dirty joke no-one except for them would expect from clergy.
Friends who are not too deeply involved with church-business but would listen to some of my „crazy“ plans and ideas for my parish. Who would frankly tell me if my new concept for church growth is rather rubbish than creative.

It´s really good that we made an other appointment in about two weeks time to go to the pub and play cards. Just some leisure. That´s the sort of support I need. Thank you so much!

There is a wedding-fair in my town this weekend.

The idea behind is quite easy: Various businesses which are involved with a wedding present themselves and offer their special wedding packages. Such as hairdressers, restaurants, gown-shops and fashion shows, car-rentals and and and.

And there is also an ecumenical stall where the RC and Lutheran churches present themselves, answer questions, provide information and also a cup of coffee.

I was there this afternoon, too. Its not a big trade-fair. Rather small and pretty familiar.
We had quite a lot of fun, some good talks and „the church“ was well recieved.

There was also enough time to have a look around and the opportunity to get yourself a professional (bridal) hairdressing.

Well- I´m not a bride but I love hair-ups for my long, curly brown hair. But its so hard to make it youself.
So I asked if I could get a classical hairdo.
It took them only 10 minutes. Now I got my „banana“ as we call it. The young hairdresser´s apprentice didn´t know at first what I really wanted. But she learned it from a colleague.
Its really great. Got quite some compliments for it. One of the general managers even said: „Wow- the classy look really suits you. You should wear it more often.“

Unfortunately I couldn´t take a photograph myself.
But this gives you an idea what it looks like:
source

But I went to a parish appointment afterwards. They all knew about the fair and „wow-ed“ my „bridal hairdo“.

I should really practice to do it myself. I usually see it on movies only. But it is really an elegant yet professional look
I even don´t want to go to bed as I like it so much. Well with the amount of hairspray they used for it I could probably sleep with it easily anyway.

Good night- in whatever shape your hairdo might be.

Yes we all know Christmas is a very busy time of the year.

No I´m not talking about last minute gift-shopping and thinking of big cooking business. Not to mention all kind of decoration and illumination-stuff.  Because there is no time in a pastor´s life anyway.

All those working for the „club who invented Christmas“ do probably know what this season of the year means.

This year it means to me and other members of staff  like my secretary and vergers (Gudrun and Esther, you are simply the best!)  to get through as little as 10 services including two funerals since Saturday.

It´s not very nice anyway if a member of the grieving family tells you „Oh Vic, you look pretty much done now.  You´d better take a deep breath.“ But it is true.  (And that lady who said it knows what she is talking about because she is member of staff too.)

I am already done- but my services aren´t.  Not yet.

But uhhh, I can´t tell you how sweet it is when you realize that your parishioners care for you.

It was so  touching when a vestry member popped into the sacristy last sunday when I got robed with a plastic bag in her hands.

She said  “There are some Grapefruits and Oranges- straight from Israel. We want you to stay healty. So go and have lots of vitamins in your diet.“

Last Sunday afternoon we also  hosted an Advent-music-event and served some hot´n spicy wine and cookies.  Yumm!

When it came to do all the dish-washing stuff I was told serveral times: „Go home- take a rest, look after yourself. We know it´s a hard time for you. We can do the dishes for you. You´re not meant to do that.“

And it is more than touching to know that parishioners pray regularly for you.

Oh folks- I can´t tell you how much I appreciate your loving care.

How do you out there pamper your pastor/vicar?

Go for it- they need it!