Das Telefon klingelt.
Kollegin in der Schule fragt mich „haben Sie schon….?“
Die Erhebung für die Statistik hätte schon vor zwei Wochen ausgefüllt weggeschickt werden müssen.
Teambesprechung im Kindergarten.
2 überfällige Geburtstagsbesuche.
Dienstbesprechung
„Wer kümmert sich um die neuen Lichtschalter?“
„Müssen wir Liedblätter für die Weihnachtsgottesdienste machen?“
„Wann muss eigentlich die Kinderkirche für die Hauptprobe des Krippenspiels in die Kirche?“

äh… war da was?

Ach so – Advent. Zeit der Ruhe und Besinnung.

Momentan ist ja Beerdigungssaison.
Und damit habe ich auch mal wieder das „Vergnügen“ reihenweise Predigten für Trauerfeiern zu schreiben.

Das hat allerdings durchaus seine Tücken.
Jeder Trauerfeier geht ja in der Regel ein Gespräch mit den Angehörigen voraus. Das soll neben dem seelsorgerlichen Aspekt dazu dienen, ein wenig (mehr) über den/die Verstorbene zu erfahren, mit den Angehörigen den Ablauf der Trauerfeier durchzusprechen und zu planen.

Wo möglich und gewünscht, können die Angehörigen auch in die Gestaltung der Trauerfeier eingebunden werden. Allerdings sollte das ganz behutsam geschehen, denn schließlich ist die emotionale Spannung bei so einem Anlass nicht zu unterschätzen.

In letzter Zeit habe ich gerade dabei die Erfahrung gemacht, dass manche Angehörige das Trauergespräch in der Hinsicht missverstehen, dass sie der Pfarrerin zu sagen hätten, was sie predigen soll.
Und dabei können die Vorstellungen doch meilenweit auseinanderklaffen.

Ich hatte schon seitenweise, minutiös aufgeschriebene Lebensläufe vorliegen, bei denen die Angehörigen erwarteten, dass diese wortwörtlich vorgelesen werden.
Mei- ich denke immer, dass die Angehörigen die Lebensläufe der Verstorbenen doch sowie so kennen.
Daher halte ich mich bei diesem Punkt in den Predigten eher zurück bzw. gehe nur auf signifikante Ereignisse ein.

Für mich hat die Bestattungspredigt die Aufgabe, das Leben der verstorbenen Person noch einmal vor Gott zu betrachten. Daher verbinde ich gerne auch den Predigttext mit der Person und wähle den Text entsprechend aus.

Das geht natürlich nur schwer, wenn Angehörige fest vorformulierte Erwartungen haben. Ganz schwierig sind auch Gedichte, die „unbedingt gelesen“ werden müssen. (Meist sind diese nämlich reichlich schlecht und schwer zu ertragen).

Da außerdem bekanntlich bei Beerdigungen so viel gelogen wird wie sonst nirgends, versuche ich mich mit dem was ich sage, ein wenig abzusichern. Daher flechte ich in meine Predigten so Sätze ein wie: „Sie haben mir erzählt, Frau X“ oder „für Sie, Herr Y war der die Verstorbene“.
Zum einen lockert das die Sache auf und macht es persönlicher, zum anderen signalisiert es, woher ich mein Wissen habe. Wenn mir Familie Z. nicht von dem 30jahre währenden Klinch erzählt, tu ich natürlich zwangsläufig so, als ob alles in Butter gewesen wäre.

Bisher bin ich mit dieser Art der Absicherung ganz gut gefahren.
Kürzlich hat jedoch die Witwe, eine sehr resolute Frau, die natürlich bis ins kleinste Detail schon alles für die Trauerfeier geplant und vorformuliert hat (selbst wo und wie sie vor und nach der Trauerfeier stehen werden), darauf bestanden, dass ich genau diesen Satz nicht sage.
„Sonst könnte man ja meinen, ich würde Ihnen vorschreiben, was Sie zu sagen hätten.“

Ich konnte nur mit Mühe einen Lachkrampf bzw. einen entsprechenden Kommentar unterdrücken.
Ja ne- is klar.

Morgen ist Ewigkeitssonntag. Da wird allen des während des vergangenen Kirchenjahres Verstorbenen aus der Gemeinde gedacht.

Die Trauerfeier eines, dessen Namen morgen genannt wird, war erst am vergangenen Freitag.
Eine andere Verstorbene ist noch nicht einmal bestattet.

Momentan ist nämlich Beerdigungssaison.

Schon komisch- da hat frau wochen- ja monatelang keine Beerdigung.
Und dann kommt eine und- ich habe es schon geeahnt- diese eine zieht gleich noch zwei weitere nach sich.

Drei in drei Wochen ist für eine Gemeinde mit sechshundertnochwas Gemeindegliedern echt viel.

Konfirmandenfreizeiten sind manchmal eine echte Herausforderung für uns Pfarrerinnen und Pfarrer.
Ein Wochenende mit pubertierenden Jugendlichen unterwegs zu sein.
Die Brücke zwischen inhaltlicher Arbeit, gruppendynamischen Prozessen und Spaß-haben schlagen.
Je nach Gruppe sind die Nächte länger oder kürzer und der Spaßfaktor variiert auch.

Vor jeder Konfifreizeit stehe ich unter Druck. Klappt alles, habe ich an alles gedacht, habe ich alles Material eingepackt. Und ganz wichtig- werden auch alle wieder gesund und einigermaßen munter zurückkommen.

Ich komme von der diesjährigen Konfifreizeit zurück.
Und bin ganz glücklich. Von 12 Konfis konnten nur 10 mit, die anderen beiden mussten aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben.

Aber die 10 die dabei waren und die anderen beiden MitarbeiterInnen waren richtig cool.
Die Gruppe war extrem pflegeleicht. Anders als in den bisherigen Jahren musste ich in keiner der beiden Nächte mal den Rauch in die Zimmer lassen.
Um 0:00 Uhr war Nachtruhe und ab ca. 1 Uhr war es auch wirklich ruhig.
Die Gruppe hat mit angepackt beim Tischdienst und hat sich auf das Programm eingelassen.
Gestern Abend saßen alle (!!) um den großen Tisch und wir haben gemeinsam ein Gesellschaftsspiel gespielt.
(Die Werwölfe vom Dunkelwald- sehr nett. *habenwill* *aufWunschzettelsetz*)

Am meisten begeistert hat mich aber, wie sich die Jugendlichen auch auf das Thema (Gott erleben- Verzeihung erfahren) eingelassen haben. Wir haben keine klassische Unterrichtseinheit gemacht, sondern eher Angebotsstationen, an denen sie sich mit dem Thema auseinandersetzen konnten.
Beim Gottesdienst gestern abend war so eine schöne, ruhige Atmosphäre. Auch beim Abendmahl waren alle ganz ernst und trotzdem nicht gehemmt bei der Sache. Keiner hat gekichert und sie haben richtig gut mitgesungen.

Und einen persönlichen Erfolg habe ich auch zu vermelden:
Beim Klettern an der Kletterwand gestern, bin ich die 5-er route in 1,26 min schneller geklettert als der obercoole Konfirmand (1,33 min), der meint, er habe immer das letzte Wort.
Manchmal darf auch die Pfarrerin auf der Konfifreizeit ihren Spaß haben. ;-)

Es heißt ja immer, die Pfarrerin macht zu wenig Besuche.
Doch wenn sie mal unterwegs ist, so wie heute, dann sind die potentiellen Besuchten oft nicht zuhause.
Von geplanten 4 Besuchten waren 2 nicht zuhause.
Ich frage mich ja immer, ob die tatsächlich weg sind oder die Glocke nicht hören. Schließlich besuche ich ja meist ältere Leute.

Wie oft soll ich also läuten?
Oft genug, dass die Leute die Chance haben, die Glocke zu hören.
In genügend großem Abstand, ohne dass es aufdringlich wirkt.
Nach wie viel mal klingeln zücke ich den Stift und kritzle auf den Briefumschlag „gerne hätte ich Sie persönlich besucht, aber ich habe Sie leider nicht angetroffen. Wenn Sie dennoch ein Gespräch wünschen, lassen Sie es mich bitte wissen. Viele Grüße Pfarrein Kanzelschwalbe“?

Meine Standartantwort ist: Dreimal ist genug. Dann muss der Stift her.

Zwei Wochen im Jahr trifft es mich- der Bereitschaftsdienst der Notfallseelsorge.
Wie es ist, mit dem Piepser und der damit verbundenen Spannung zu leben, habe ich hier beschrieben.

Aber was tun, wenn das Ding wirklich losgeht?
Wichtig ist, dass man innerlich vorbereitet ist, weiß, was als nächstes dran ist.
Nicht nur im Blick auf die Professionalität, sondern auch auf sich selbst.

Was ziehe ich an, wenn mitten in der Nacht der Piepser geht?
Ich habe daher immer ein paar Jeans, meine Trekkingschuhe, Oberteile für das Zwiebelsystem entsprechend der Jahreszeit, einen Schal und eine warme Jacke (im Winter) bereit liegen. Klar kommt über die ganze Chose dann noch die Einsatzjacke, die mich als offizielle Einsatzkraft ausweist.

Das Outfit mag nicht das am professionellsten aussehende sein, aber es ist praktisch. Einsatzorte sind selten „schöne“ Orte, oft ist man Wind und Wetter ausgesetzt. Da sind feste Schuhe und warme Kleidung (da vergeht schnell mal eine Stunde) unabdingbar, um sich selbst voll und ganz auf den Einsatz konzentrieren zu können.

Ich habe auch selbstverständlich neben Piepser, Handy und Einsatzkoffer immer meinen Geldbeutel dabei. Da ist z. B. der Dienstausweis drin.

Auch eine Flasche Mineralwasser ist von Vorteil. Ideal wären sogar mehrere kleinere Fläschchen im Einsatzkoffer, um diese evtl. auch Betroffenen anzubieten. Aber das wird ganz unterschiedlich gehandhabt.
Auch einen Müsliriegel oder so habe ich für mich griffbereit, und sei es nur, um ihn auf dem Weg zum Einsatzort noch schnell zu essen. Das gilt besonders für Einsätze in der Nacht, wenn der Blutzucker etwas unten ist.
Auch das ist Selbstsorge, die erst eine professionelle Sorge für andere ermöglicht.

Da ich selbst bei Nachteinsätzen um einen Gang ins Badezimmer nicht herumkomme (ohne Kontaktlinsen kann ich nicht Auto fahren), putze ich mir auch noch schnell die Zähne, kämme die Haare und wasche mir das Gesicht. Auch das brauche ich für mich, um gut und professionell arbeiten zu können.
Nicht zu vergessen, noch auf die Toilette zu gehen, ehe man das Haus verlässt. Klingt vielleicht blöd, aber wer weiß, wann es die nächste Möglichkeit gibt.

Als unschätzbaren Vorteil für den Ernstfall hat es sich erwiesen, mir immer wieder in Gedanken zu überlegen, was ich mache wenn…..

Heute früh um 5. 53 Uhr ging der Piepser.

Die zweite Tageshälfte heute mit insgesamt 7,5 Stunden Sitzungen verbracht.
:-(

Als Pfarrerin habe ich ja das große Privileg, Menschen in ganz besonderen, auch oft sehr intimen und privaten Lebenssituationen zu begleiten.
Oft werde ich gefragt, was ich denn am liebsten mache.
Ich gebe zu, ich begleite ganz gerne Trauernde und empfinde es als wohltuend, dass Menschen in dieser Situation so echt sind. Da sind dann ganz gute und authentische Begegnungen möglich. Das hilft dann auch, persönliche und auf die Menschen abgestimmte Gottesdienste zu gestalten. Ja, ich mache gerne Beerdigungen, auch wenn sie naturgemäß meist ungelegen kommen.

Oft überrascht das meine Mitmenschen. Viele meinen, wenn sie am offenen Grab stünden,würden sie wahrscheinlich Schlagseite bekommen und auch gleich mitheulen.
Bisher ist mir das noch nicht passiert, aber die richtig „schwierigen“ Beerdigungen hatte ich auch noch nicht.

Was mich aber immer wieder zutiefst rührt sind Goldene oder gar Diamantene Hochzeiten und die Lebensgeschichten dieser Menschen.

Lina und Herbert zum Beispiel.
Heute haben wir ihre Diamantene Hochzeit mit einem Gottesdienst gefeiert. Die beiden sind ein nicht wegzudenkender Teil unserer Gemeinde und es vergeht fast kein Sonntag, an dem die beiden nicht auf ihren Stammplätzen im Gottesdienst sitzen.

Die beiden sind tiefgläubige, bescheidene und einfache Menschen, die in ihrem Leben hart gearbeitet haben. Selten sind sie aus unserem Dorf herausgekommen, in dem Herbert geboren und aufgewachsen ist und in dem auch Lina seit 1944 eine Heimat hat. Sie wollen auch gar nicht weg. Sie sitzen am liebsten auf der Bank vor ihrem Haus und reden miteinander.
Sie sind immer zu zweit unterwegs und halten Händchen. Das war schon immer so, sagen die Leute. Und jetzt, wo sie alt geworden sind, halten sie nicht nur Händchen, sondern auch einander, wenn es nicht mehr so gut geht.
Zuerst wollten sie gar keinen extra Gottesdienst- bloß nicht im Mittelpunkt stehen, nur keine Umstände machen. So sind Lina und Herbert. Aber das ließen die Kinder und Enkel nicht durchgehen. Also feierten wir die 60 gemeinsamen Ehejahre der beiden. Natürlich waren viele Menschen gekommen, nicht nur aus der Familie, sondern auch aus dem Dorf. So ist das noch auf dem Land.

Die beiden saßen auch heute händchenhaltend im Gottesdienst. Nicht nur bei Lina und Herbert liefen die Freudentränen, auch bei vielen Menschen aus der Gemeinde war diese Rührung zu spüren.

Das sind die Momente, in denen ich auch echt nah am Wasser gebaut bin. Ich war froh, dass ich den Gottesdienst und vor allem den Segenszuspruch für das Brautpaar gut hinbekommen habe.
Wie gut, dass ich durch meine Erkältung sowieso kräftig am Schniefen war. ;-)

Gottesdienstvorbereitung I
Teig für den Kuchen machen und in den Kühlschrank stellen
Obst einsammeln
Gottesdienstvorbereitung II
Obst in die Kirche bringen für den Erntedankaltar
Gottesdienstvorbereitung III
Zwetschgen entsteinen und Kuchen in den Ofen schieben
Gottesdienstvorbereitung IV
Kuchen abkühlen lassen
Mittagessen kochen und essen
Gottesdienstvorbereitung V
Kirche für den Erntedanfamiliengottesdienst vorbereiten (wird bei uns im Orttraditionell immer eine Woche früher gefeiert, weil wir eine Doppelgemeinde sind)
Mit den Helferinnen Kaffee trinken.
Gottesdienstvorbereitung VI
Ab ins Konzert (schön war´s!)
Abendessen
Gottesdienstvorbereitung VII
Krimi schauen.

Morgen nur noch ausdrucken, Technik und aufbauen.

Und jetzt noch das Beffchen bügeln.

I´ve been to various receptions recently. It´s part of our (clergy-)life.
Receptions can be quite nice to catch up with people. But they can be terribly booooring too. In fact, most receptions are more or less boring.
Long, not always funny, sometimes even tasteless speeches. Many speeches. And an other speech. Never ending speeches.

This requires some survival strategies.
I figured some out:

1) shoes
If there are any receptions make sure, you wear comfy shoes in which you can stand for a while. Most receptions are standing- only events. No high heels. Now new shoes.
I usually wear my „preaching-shoes“ because I know they are comfy enough to stand in.

2) clothes
Yes, also clothes can be a survival factor for receptions. Make sure you wear something comfy too. Something that doesn´t need adjustment every five minutes (no too tight shirts or blouses which fall open or even make their ways up the waist). Same goes for hair. Make sure it´s tucked away or doesn´t fall over your face once you talk to someone. Be aware of windy locations.

3) Handbags etc.
If you carry a handbag or backpack with you, make sure it is not too heavy. Particularly handbags can get terribly heavy after a while if you carry too much stuff (I know what I´m talking about). Doublecheck before the event if you will really need all the items your bag contains.
Make sure it has a shoulder-strap that doesn´t cut.

During the reception:
Make sure you have always a free hand. You will have to shake many hands.
If there are tables, make soure to find a place at a table- it doesn´t matter if they are bistro-style standing-tables or not. Well, the standing-tables make it easier to socialise as you don´t always have to get up to greet someone and then sit down again.
Once you´ve found a place at a table, you´ve made it. Almost.
The table is the place where you can easily park your glass if you are supposed to clap your hands politely.
It also helps you with the „hand-free“ rule.
And you can easily even store a plate if any food is offered and take a bite or two during speeches. (Don´t overload your plate. Looks greedy. Rather go twice).

It is often unlikely that you will have a chance to eat because of the small talk. Use the speeches. Just don´t eat too quickly, but a bite every now and then helps you survive all the speeches and fill your tummy.

Even if you´re bored to death- put on your „I´m a interested listener-face“. Works like a pokerface. Don´t yawn. Don´t make any comments, neither non-verbal not verbal.
Try to open your eyes, this gives you an impression as if you were terribly interested. Have a little smile on your face too- just as you dream yourself away to a place where you´d rather like to be at the very moment.

And: Every speech and every reception will have an end. Just believe in it.

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